Badische Zeitung vom 7. Mai 2001



Am Europatag demonstrierten Fußgänger, Radfahrer und InlineSkater gegen Straßensperrung

Die Europastraße öffnen

LAHR-HUGSWEIER (ndt).

Als Schildbürgerstreich und großes Ärgernis wurde in den Sitzungen des Hugsweierer Ortschaftsrats die Sperrung der mit großem finanziellen Aufwand erstellten Europastraße bewertet und eindringlich der freie Durchgang gefordert.

Dieser Ost-West-Verbindungsweg südlich des Flugfeldes wurde bis zu seiner Sperrung im Juli und August vergangenen Jahres, als Straßburg Teile seines Flugverkehrs in Lahr abwickelte, von vielen Fußgängern, von Radfahrern und zahlreichen Freizeitsportlern gerne zu einer Runde um den Flugplatz genutzt. Bedeutung hat der Verbindungsweg auch für zahlreiche Pendler aus Kürzell, die ihre Arbeitsstelle in den Firmen Zehnder und INA haben.

Nachdem die auf üblichem Wege vorgebrachten Anträge der Gremien von Hugsweier und Kürzell negativ beschieden wurden, hat man nun am Samstag mit einer friedlichen Demonstration vor dem Zaun dieses Thema öffentlich gemacht, um den freien Durchgang zu fordern. Trotz des schlechten Wetters hatten sich die Ortsvorsteher Hansjakob Schweickhardt aus Hugsweier, Hermann Vogel aus Kürzell, nahezu der komplette Hugsweirer Ortschaftsrat und Einwohner aus Hugsweier, Kürzell und der Umgebung vor der Absperrung versammelt, um am Samstag unter dem Titel „Heute ist Europatag – Zäune waren gestern“ mit Plakaten und Transparenten gegen die Sperre zu demonstrieren.

Ortsvorsteher Schweickhardt erinnerte an die Öffnung der Strecke nach Abzug der Kanadier. Für die Hugsweirer habe es wieder die Möglichkeit gegeben, auf kurzem Weg auf die alten Gewannflächen westlich des Flugplatzes zu gelangen und den Weg für schöne Radtouren und Freizeitaktivitäten zu nutzen. Man habe diese Aktion, für die er sich bei Ortschaftsrat Alfred Arbandt als Initiator und bei den anderen Ratsmitgliedern bedankte, bewusst auf den Europatag gelegt. Im großen Maßstab spreche man bei der Osterweiterung der europäischen Gemeinschaft überall von offenen Grenzen und in diesem konkreten Falle verhinderten Zäune die Nutzung der Europastraße.

Von der Sperre, so Ortsvorsteher Vogel, sei Kürzell in besonderem Maße betroffen. Es habe in der Bevölkerung „rumort“, nachdem der Antrag auf freie Durchfahrt abgelehnt worden war. Für zahlreiche Pendler bot dieser Weg eine nahe, gefahrlose Verbindung in die Betriebe der Weststadt. Ergänzt wurde dies noch von Ortschaftsrat Günter Noll (Hugsweier), der die umständliche Alternativlösung Rheinstraße für Radfahrer als nicht ungefährlich einstufte.