Zur Berichterstattung über den Flieger aus Österreich.
Welche Begeisterung in Lahr: Ein einziges Flugzeug versetzt die Region in Verzückung und schafft laut Oberbürgermeister Müller Fakten. Doch was sind das für Tatsachen? Dass die Initiatoren bei einem Schnäppchenpreis von 70 Euro für Hin- und Rückflug, Eintrittspreis und Übernachtung mit Frühstück in einem First-Class-Hotel des Europa-Parks die Tickets schnell losschlagen konnten, ist doch kein Wunder. Und dass die Besucher zu diesen Bedingungen gerne wiederkämen, ist ebenso wenig erstaunlich. Kann ein Flugplatz vom Drauflegen existieren? Die angestrebte Sondergenehmigung kann doch nur der Einstieg in einen normalen regulären Flugbetrieb sein, der sich ruinös auf alle anderen Flugplätze auswirkt und weitere Steuergelder kostet wie in Söllingen.
Hätte die Region um Lahr solche Summen investiert wie Karlsruhe und Baden-Baden, hätte sie bestimmt dieselben Sorgen, das Geld in den Sand beziehungsweise in die Rollbahn gesetzt zu haben. Aber auch Lahr wird bei privaten Betreibern nicht ohne Steuergelder auskommen, denn das Land muss für die Sicherheit in der Luft und am Boden Summen bis zu 1,8 Millionen Euro bereit stellen, nicht die Betreiber. Und noch ein Wermutstropfen in den Rausch der Begeisterung: Eigentlich hätte dieses Flugzeug gar nicht landen dürfen, denn bei diesen winterlichen Temperaturen muss enteist werden. Doch die Betreiber haben ihre wasserrechtlichen Auflagen aus der Genehmigung des Jahres 2000 bis heute nicht erfüllt. Die Berichterstatter der Badischen Zeitung sollten sich überlegen, ob sie weiter so vorbehaltlos die Euphorie mittragen.
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