Begriffe der LuftfahrtA B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z AACC - Area Control Center Bezirkskontrollstelle oder Kontrollzentrale. Zuständig für
die Kontrolle von Flügen, die sich außerhalb der Zuständigkeit
der Anflug- oder Platzkontrollstellen, also auf den ATS-Routes (Air Traffic
Services Route / Flugverkehrsstrecke) befinden. Die Zuständigkeit
der ACCs erstreckt sich in Deutschland normalerweise von der Untergrenze
des kontrollierten Luftraums bis zu einer Höhe von 24 500 Fuß
(Lower Airspace / Unterer Luftraum). ![]() Zu unterscheiden sind VFR- und IFR-Anflugverfahren. ![]() Kontrollierte Flüge werden, abgesehen von der An- und Abflugphase
(siehe SIDs und STARs), auf ATS-Routes durchgeführt, die Verbindungen
von Bodennavigationsanlagen/Funkfeuern (VORs, NDBs) darstellen. Sie werden
durch einen Buchstaben (der für eine Farbe steht) und einer Zahl bezeichnet
(z.B. R7 = Red Seven). ATS-Strecken im Oberen Luftraum werden durch ein
zusätzliches "U" bezeichnet (z.B UA9 = Upper Amber Nine). Moderne
Luftfahrzeuge sind aufgrund ihrer Flightmanagementsysteme (FMS) auf die
bodengebundenen Navigationsanlagen nicht mehr oder nicht mehr in diesem
Maße angewiesen. (Siehe Stichwort: Virtuelles Funkfeuer). ![]() BBacktrackAuf vielen kleineren Flughäfen muss zum Start oder nach der Landung
auf der Piste zurückgerollt werden, um über den oftmals einzigen
Rollweg (meist in der Mitte der Piste) vom Vorfeld zum Startpunkt bzw.
nach der Landung zum Vorfeld zu gelangen. Dieses Verfahren wird als "Backtrack"
bezeichnet, das man mit "Zurückrollen auf der Piste" beschreiben kann.
Durch dieses Zurückrollen - immer entgegen der Start- bzw. Landerichtung
- erhöht sich die sogenannte "Runway Occupation Time (ROC)", wodurch
die Pistenkapazität verringert wird. Oftmals werden auch an gut ausgebauten Flughäfen durch
Bauarbeiten oder sonstige Hindernisse (z.B. durch ein liegen gebliebenes
Flugzeug), auf einem der Rollwege "Backtracks" erforderlich, wobei sich
die ROC erhöht und die Kapazität eines Flughafens (kurzzeitig)
verringert. ![]() Bodenlärm bezeichnet die Geräusche, die von den Triebwerken von Flugzeugen am Boden verursacht werden. ![]() CCTR - Control ZoneKontrollzone. Ein Luftraum mit bestimmten Ausmaßen, der sich in der unmittelbaren Nähe eines oder mehrer Flughäfen befindet und in welchem sämtliche Flugbewegungen der Flugsicherungskontrolle des
Towers / der Platzkontrollstelle unterliegen. ![]() DDauerschallpegelDer Dauerschallpegel ist ein Mittelungspegel für alle Schallvorgänge,
deren Schalldruckpegel nicht konstant, sondern zeitlich veränderlich
ist. Zur Beurteilung solcher Schallvorgänge werden die zeitlich unterschiedlichen
Pegelwerte energetisch ermittelt und zu einem Einzahlwert zusammengefaßt.
Die Höhe diese Einzahlwertes wird bestimmt durch die Intensität
des einzelnen Ereignisses, dessen Häufigkeit und dessen Dauer. Die
Berechnung erfolgt nach DIN 45643 in Anlehnung an das Fluglärmgesetz;
nächtliche Schallereignisse werden fünffach gewichtet. Ein Australisches
Diskussionspapier zum Fluglärm jedoch besagt, dass dieser gemittelte
Dauerschallpegel zur Beurteilung von Fuglärm ungenügend ist! ![]() Benannt nach dem Erfinder des T elefons, Graham Bell, dient das Dezibel
der logarithmischen Darstellungsweise von Schalldruckpegeln. Der Schalldruckpegel
kennzeichnet das Druckverhältnis eines Schallereignisses zur menschlichen
Hörschwelle. dB(A) bedeutet, daß die Frequenzabhängigkeit
des menschlichen Hörempfindens berücksichtigt ist. Der A-bewertete
Schalldruckpegel hat sich als zweckmäßig erwiesen und ist mittlerweile
international normiert. Im Luftverkehr entspricht eine Änderung um
4 dB(A) einer Verdoppelung oder Halbierung der Schallenergie. Siehe auch
Dauerschallpegel. ![]() Die Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) ist die für die Durchführung
der Flugsicherungsdienste in Deutschland zuständig. ![]() Entfernungsmessgerät (DME) handelt es sich um eine am Boden installierte
Einrichtung, mit welcher die Entfernung zwischen dem DME, genauer zwischen
dem Standort des DMEs und dem Flugzeug ermittelt/abgelesen werden kann.
DMEs sind in den meisten Fällen an einer anderen Funknavigationsanlage
installiert, z.B. mit einem VOR. Sie werden in den Funknavigationskarten
als VOR/DME (DVOR/DME, DVORTAC/DME) bezeichnet. In einigen Fällen
sind sie jedoch auch alleinstehend auf dem Flughafengelände installiert;
ihre Entfernungsangaben werden dabei bei den Anflugverfahren verwendet.
Allerdings werden mit den DMEs nur die Schrägentfernungen zwischen
ihnen und den Luftfahrzeugen gemessen; bei entsprechender Entfernung und
Höhe ergibt sich dadurch eine, wenn auch gereinge Ungenauigkeit bei
der Entfernungsangabe. ![]() E![]() FFIR - Flight Information RegionFluginformationsgebiete (FIR) bzw. Upper Flight Information Areas / Fluginformationsgebiete (UIR) für den Oberen Luftraum sind definierte Lufträume, in welchen bestimmte Flugverkehrsdienste durchgeführt
werden. Sie sind meist identisch mit den entsprechend bezeichneten Bezirkskontrollstellen. ![]() Flughöhe, die auf dem Standarddruck basiert. Da sich die Höhenmesser auf den Luftdruck beziehen, müßten die Piloten sich immer nach dem aktuellen Druck erkundigen und ihre Höhenmesser während des
Flugs laufend "nachstellen". Um dies zu vermeiden, fliegen alle Flugzeuge
ab einer bestimmten Höhe nach einem standardisierten Druckwert von
1013,2 hpa. Flughöhen, die sich auf diesen Druckwert beziehen, werden
als Flight Level / Flugflächen bezeichnet. Als Bezugshöhe (Höhe
null) wird die Meereshöhe (NN)/Mean Sea Level genommen. Flugfläche
310 entspricht einer Höhe von 31 000 Fuß über NN, basierend
auf einem Luftdruckt von 1013,2 hpa. Da der Luftdruck in NN in den seltensten
Fällen dem Standarddruck entspricht, wird in niedrigen Höhen,
z.B. während des An- oder Abflugs der Höhenmesser auf den örtlichen,
jedoch auf NN umgerechneten Druck eingestellt. Diese Flughöhen werden
als altitude oder Flughöhe angegeben. Der örtliche Druck wird
als sogenannter QNH-Wert angegeben. ![]() Eine Flugbewegung ist entweder ein Start oder eine Landung ![]() Eine aufgrund Frankfurter Erfahrungen an allen internationalen zivilen
Verkehrsflughäfen Deutschlands etablierte Stelle. Der Fluglärmschutzbeauftragte
ist der Genehmigungsbehörde des Flughafens unterstellt und hat die
Aufgabe, vermeidbaren Fluglärm gegen Null zu führen durch Herbeiführung
optimaler Flugbetriebsverfahren. ![]() Auch "Jettisoning" genannt. Ein in seltenen Notfällen praktiziertes Ablassen von Treibstoff. Es kommt nur für Großraumflugzeuge in Frage, weil nur diese dazu die technische Einrichtung haben und wird
in Höhen normalerweise nicht unter 1.500 m über möglichst
unbewohntem Gebiet in ausgewiesenen "Dumping Areas" unter Kontrolle durch
die Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) praktiziert. ![]() G![]() HHubWortwörtlich "Nabe", auch "Luftverkehrsknoten" oder "Luftverkehrsdrehscheibe"
genannt. Ein größerer Flughafen, der den Interkontinental- und/oder
Kontinentalverkehr mit einem System von Zubringerflügen koordiniert,
um möglichst kurze Umsteigezeiten zu garantieren. ![]() IICAOInternational Civil Aviation Organization (Internationale Zivilluftfahrtorganisation),
eine Unterorganisation der Vereinten Nationen. Die ICAO hat u. a. Strahlflugzeuge
in drei Klassen eingestuft, die unterschiedliche Lautstärken vorweisen. ![]() Flüge, die - bis auf wenige Ausnahmen - nach Instrumenten navigieren,
werden gemäss den Instrument Flight Rules / Instrumentenflugregeln
(IFR) durchgeführt. Sie unterliegen in jeder Phase ihres Fluges (vom
Starten der Triebwerke bis zum Erreichen der Parkposition) der Flugverkehrskontrolle
(ATC). Im "Volksmund" werden diese Flüge auch als "Blindflüge"
bezeichnet, weil sie auch ohne Sicht nach aussen durchgeführt werden
können. Linien- und Charterflüge werden grundsätzlich nach
Instrumentenflugregeln durchgeführt. ![]() Die Industrie- und Gewerbezentrum Raum Lahr GmbH wurde 1995 gegründet. Die Aufgabe der Gesellschaft besteht darin, grosse Teile des früher von den kanadischen Streitkräften belegten Flugplatzgeländes einer zivilen Nutzung zuzuführen. Dabei entstehen auf einer Fläche von etwa 300 ha Handels-, Industriegebiete und Flugaffine Einrichtungen. Die IGZ Raum Lahr GmbH tritt als Vermieterin von Bestandsgebäuden auf und koordiniert den Verkauf. ![]() Das Instrumentenlandesysttem besteht aus zwei Komponenten. Mit Hilfe der Signale des Localizers / Landekurssenders (LLZ) und des Glide Path / Gleitwegs (GP) können anfliegende Luftfahrzeuge präzise zur
Landebahn geführt werden. Lahr besitzt ein ILS Cat.I. ![]() JKLLLV (Landeplatz-Lärmschutz-Veordnung)Veordnung zum Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm an Landeplätzen, auf denen nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes im vorausgegangenen Kalenderjahr 15000 oder mehr Flugbewegungen (Starts und Landungen) von Flugzeugen, Motorseglern und Drehflüglern stattgefunden haben. ![]() Der Lärmschutzbereich wird vom Fluglärmgesetz für alle
internationalen zivilen und militärischen Flughäfen gefordert,
an denen Strahlverkehr stattfindet. Er umfaßt unter Berücksichtigung
des vorhersehbaren Flugverkehrs ein Gebiet, in dem eine Fluglärmbelastung
von mehr als 67 dB(A) zu erwarten ist. Aufgeteilt in zwei Schutzzonen umfaßt
der Lärmschutzbereich in Zone 1 ein Gebiet, in welchem der Dauerschallpegel
75 dB(A) überschreitet; die Schutzzone 2 ist das übrige Gebiet
des Lärmschutzbereiches. ![]() NDB-Anlagen, die für NDB-Verfahren im Endanflugteil installiert
wurden, werden als Locator Beacon (LO) bezeichnet. ![]() MMA - Missed ApproachWenn bei einem IFR-Anflug spätestens am Missed Approach Point (MAPT)
festgestellt wird, daß der Flug nicht mit einer Landung abgeschlossen
werden kann, weil die Landebahn oder die Anflugbefeuerung nicht rechtzeitig
gesehen wurde oder weil der Towercontroller aus bestimmten Gründen
(.z.B. weil die erforderliche Staffelung nicht erstellt werden konnte)
keine Landefreigabe erteilt hat, wird der Anflug abgebrochen und das "missed
approach procedure / Fehlanflugverfahren" eingeleitet. Dieses ist entweder
entsprechend veröffentlicht oder wird von den Controllern vorgegeben. ![]() NNDB - Non Directional BeaconUngerichtete Funkfeuer sind wie die VORs, DME- und TACAN-Anlagen Einrichtungen
zur Durchführung der Funknavigation. NDBs arbeiten im Mittelwellenbereich
und können von den Bordempfängern angepeilt und somit angeflogen
werden. Sie unterliegen jedoch einigen Störeinflüssen, z.B Gewittern. ![]() OP![]() QRRadarRadar ist die Abkürzung für Radio Detecting and Ranging /
Entfernungsmessung durch Funkwellen. Dabei wird zwischen Primary (PR) und
Secondary Radar (SSR) / Primär- und Sekundärradar unterschieden.
Beim Primärradar wird die von der Radarantenne ausgestrahlte und von
einem Objekt (z.B. von einem Flugzeug) reflektierte elektromagnetische
Energie auf dem Radarschirm als Radarziel dargestellt. Beim Sekundärradar
wird ein von einem Interogator / Sekundärradarabfragegerät ausgestrahltes
Signal vom an Bord installierten Transponder / Sekundärradarantwortgerät
beantwortet und als Ziel auf dem Radarschirm der Controller dargestellt.
Um ein Radarziel eindeutig zu identifizieren, d.h. einem Flugziel zuweisen
zu können, muss ein bestimmter SSR-Code auf dem Transponder eingestellt
werden. Die Aufforderung, die SSR-Code einzustellen, erfolgt mit der Sprechgruppe
"squawk" (z.B. squawk A7031). ![]() Start- und Landebahn oder Piste. Start- und Landebahnen werden mit Zahlen
(z.B. RWY 16) und erforderlichenfalls mit zusätzzlichen Buchstaben
(z.B. RWY 16L) bezeichnet. Mit den Zahlen wird die auf Nord bezogene Ausrichtung
angegeben. So wird z.B. mit "16" eine Piste bezeichnet, die sich in süd-süd-östlicher
Richtung (zwischen 156 und 165 Grad) erstreckt. Luftfahrzeuge, die auf
dieser Piste starten oder landen, fliegen also einen Kurs von ungefähr
160 Grad. Ein Start oder eine Landung in Gegenrichtung, jedoch auf derselben
Piste, erfolgt auf der "34". Verfügt ein Flughafen über ein parallels
Pistensystem, so werden die jeweiligen Pisten mit einem zusätzlichen
Buchstaben gekennzeichnet. So wird die Bezeichnung RWY 16L für die
linke der beiden Parallelpisten verwendet. Je nach Art der Landehilfen
(z.B. ILS) werden die Pisten für bestimmte Anflüge zugelassen.
Start- und Landebahnen sind mit einer weißen Randbefeuerung und,
falls erforderlich, mit einer farbkodierten Mittelinienbefeuerung ausgerüstet.
Eine Mittellinienbefeuerung ist vorgeschrieben, wenn die die Piste für
Anflüge nach CAT II zugelassen ist. ![]() SSID - Standard Instrument Departurebei den Standardabflugstrecken für Instrumenten Flüge (SIDs)
werden die Abflugstrecken vom Start bis zum Erreichen der ATS-Routes /
Flugverkehrsstrecken beschrieben. ![]() Unter Standardanflugstrecken (STARs) werden Navigationsstrecken vom
Verlassen der ATS-Routes / Flugverkehrsstrecken bis zu einem Funkfeuer,
von welchem der Anflug durchgeführt wird, beschrieben. ![]() TTMA - Terminal AreaNahverkehrsbereich. Ein bestimmter Luftraum in der Umgebung eines oder
mehrerer Flughäfen. Eine TMA ist ein kontrollierter Luftraum, der
gebenüber dem übrigen kontrollierten Luftraum in verschiedenen
Sektoren niedrigere Untergrenzen von 1000, 1700 Fuß bzw. 2500 Fuß
aufweist. ![]() Platzkontrollstelle. Die Towercontroller sind für die Kontrolle
sämtlicher Flüge an einem und in der unmittelbaren Umgebung eines
Flughafens und für die Kontrolle von Personen und Fahrzeugen in ihrem
Zuständigkeitsbereich verantwortlich. Ihre Zuständigkeit erstreckt
sich auf die Start- und Landebahnen oder Pisten (runways) und die Rollbahnen
(taxiways) sowie einen genau definierten Luftraum in der unmittelbaren
Nähe des Flughafens, der normalerweise mit der Kontrollzone identisch
ist. ![]() U![]() VVFR - Visual Flight RulesFlüge, die nach den Sichtflugregeln (VFR) operieren, können
sich bei ihrem Flug der Funknavigation bedienen. Sie dürfen jedoch
nur bei Sichtflugverhältnissen fliegen, die eine bestimmte Flugsicht
und einen bestimmten Abstand zu den Wolken vorschreiben. Sie unterliegen
nur in bestimmten Lufträumen, z.B. innerhalb einer Kontrollzone der
Flugverkehrskontrolle und werden nur unter bestimmten Voraussetzungen gegenüber
anderen Flügen gestaffelt. ![]() Ein Orientierungspunkt für Piloten, der keine Funkfeuer-Installation
auf dem Boden erfordert. Virtuelle Funkfeuer werden aus Leitstrahlen anderer
Funkfeuer definiert. ELBEG setzt sich z.B. aus den Strahlen 13° BLM
und 69° HOC zusammen. ![]() UKW-Drehfunkfeuer "produzieren" sogenannte Radials / Leitstrahlen, die
eine sehr präzise Navigation ermöglichen. VOR-Anlagen sind oftmals
als Doppler-Anlagen ausgeführt oder zusammen mit TACAN-Anlagen kombiniert.
Sie werden dann als DVOR bzw. als (D)VORTAC bezeichnet. ![]() WX Y ZDanke an Christian Brenneis von der "Bürgerinitiative gegen den Fluglärm des EuroAiport" Basel-Mulhouse |