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vom 16. Oktober 2011 , Sonntagszeitung / Guller
Festnahme auf Flugplatz: Konsortium gibt Rätsel auf
Nach Abschied von Babcock & Brown zähe Verhandlungen um fliegerische Nutzung
von Norbert Rössler
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Lahr. Vergangenes Wochenende auf dem Lahrer Flugplatz: Ein 65-jähriger Ire schwebt, aus London kommend, zusammen mit rund 20 Geschäftspartnern ein, wird von einer Streife der Bundespolizei kontrolliert. Eine Personenüberprüfung ergibt, dass gegen den Mann ein Auslieferungshaftbefehl aus den Vereinigten Arabischen Emiraten vorliegt. Grund: Betrügerische Immobiliengeschäfte. Der Ire wird in die Offenburger Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Dort sitzt er immer noch, bis entschieden worden ist, in welchen Knast er endgültig kommt, ehe er eventuell seinen Strafverfolgern in den Arabischen Emiraten ausgeliefert wird. Das könne einige Wochen dauern, weiß der Sprecher der Bundespolizeidirektion Offenburg, Freimut Lusch. Immer, wenn eine Maschine aus dem Ausland auf dem Lahrer Flugplatz landet, rückt, so Lusch, eine Streife an, um die Personalien der Passagiere zu überprüfen. Meist Privatleute, die dann verschiedene Firmen aufsuchen. Eine derartige Festnahme habe es aber noch nie gegeben. Wegen welcher Delikte Polizei und Justiz der Arabischen Emirate dem Mann im Detail auf den Fersen sind, könne man nicht sagen. Kenner der Flughafen-Szene rätseln derweil, weshalb sich der Ire mit seinen Kollegen von London aus auf den Weg nach Lahr begeben hat. In der britischen Hauptstadt hat sich ihren Erkenntnissen zufolge ein Konsortium unter anderem mit ehemaligen, im Zuge der Pleite und des Abschieds aus Lahr insgesamt 24 entlassenen Mitarbeitern des bisherigen Flugplatz-Betreibers Babcock & Brown gebildet. Die Maschine landete – inklusive Festnahme eines der Passagiere – in Lahr in einer Zeit, in der die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) für die rund 210 Hektar großen Flugbetriebsflächen sowie die Anteile an der Betreibergesellschaft Black Forest Airport Lahr GmbH einen Käufer sucht. In diesem Zusammenhang gibt die Verhaftung Rätsel auf. Per Insertionsverfahren, für das das Bundeshaushaltsgesetz gilt. Demnach dürfen Immobilien nicht unter Marktpreis vergeben werden. Wo der liegt, versucht derzeit Markus Kästel, bei der BIMA in Freiburg für solche Angelegenheiten zuständig, herauszufinden. Das dauert länger. Das Insertionsverfahren war ursprünglich bis zum 15. Juni dieses Jahres befristet, wobei nachverhandelt werden kann. Ein Thema dieser Verhandlungen: Fliegerische Konzepte, auf die, gestützt auf Flächennutzungspläne, die Stadt Lahr und die Gemeinde Friesenheim beharren. Da das Ziel fliegerische Nutzung in Gefahr gerät, tritt die Stadt Lahr mittlerweile selbst als Kaufinteressent auf. Für einen Euro pro Quadratmeter, insgesamt rund zwei Millionen Euro, würde sie kraft Gemeinderatsbeschluss die Flugbetriebsflächen erwerben, um es dann weiter zu verpachten. Kenner der Flughafen-Szene bezweifeln derweil, dass ein Kaufinteressent schon aus rein wirtschaftlichen Gründen einen Flugbetrieb in Erwägung ziehen will. BIMA-Mann Kästel will gleichwohl die Hoffnung nicht aufgeben. Erst wenn man feststellen müsste, dass die Nutzungskonzeption nicht trägt, müsse man einen von den Lahrer Grünen schon länger geforderten Plan B ins Auge fassen. Davon aber sei man, so Kästel, „meilenweit entfernt". |
