BI gegen einen Flugplatz Lahr e.V.

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vom 12. Oktober 2011   ,         Stadtanzeiger


 

Angebot: Ein Euro für den Quadratmeter Landebahn

Bisher gibt es für den Lahrer Flugplatz „nicht so potente“ Interessenten

von rö

 

Lahr (rö). Ringen um eine weitere fliegerische Nutzung des Lahrer Flugplatzes. Nachdem sich die australische Investorengruppe Babcock & Brown als Betreiber verabschiedete und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) die Flugbetriebsflächen mit 210 Hektar sowie die Anteile an der Betreibergesellschaft Black Forest Airport Lahr GmbH zum Verkauf ausgeschrieben hat, gibt es bislang offenbar keine Interessenten, die die Zukunft als Flugplatz garantieren wollen oder können. Grund für die Stadt, selbst als potenzieller Käufer der Start- und Landebahn aufzutreten.

Informationen der Stadtanzeiger-Redaktion zufolge will die einen Euro für einen Quadratmeter der Start-und Landebahn bieten. Macht zusammen rund zwei Millionen Euro. Das freut zwar den bei der BIM für solche Geschäfte zuständigen Abteilungsleiter Markus Kästel. Indes: Es gebe auch andere Interessenten. In jedem Fall mache es „Sinn, dass die Planungsträger die Geschicke lenken können“. Die wiederum haben, wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautet, einen Betreiber im Visier, der sich schon mal in einer Betreibergesellschaft engagierte: Dr. Martin Herrenknecht, Gründer und Chef des gleichnamigen weltweit agierenden Tunnelvortriebs-Unternehmens mit Sitz im Schwanauer Ortsteil Allmannsweier, der, so die Vorstellung, zusammen mit anderen mit im Boot den Flugplatz betreiben könnte.

Die Stadt selbst werde sich, so ein Mandatsträger, in einer solchen Gesellschaft nicht engagieren. Dies war auch immer das erklärte Ziel von OB Dr. Wolfgang Müller. Es sei, so sein Credo, nicht die Aufgabe einer Kommune, einen Flugplatz zu betreiben. Mit den bisherigen Betreibern hatte man jedoch wenig Glück. Die englische Investoren-Gruppe Wiggins, später Plane-Station, verabschiedete sich im Zuge finanzieller Turbulenzen, dasselbe Schicksal ereilte den Flugplatz jetzt in Form der Australier Babcock & Brown. Deren Versuch, die Erfolgskurve durch eine auf Europa-Park-Besucher beschränkte nach oben zu hieven, scheiterten. Aus einem nicht aussichtslosen Rechtsstreit mit dem Ziel, den für Frachtflüge wichtigen Zoll-Status zu erhalten, zogen sie sich zurück. Nachdem der Europa-Chef von Babcock & Brown, Martin W.Rey, mehrfach vollmundig verkündet hatte, dass man sich in Erfolg versprechenden Gesprächen mit Interessenten befinde, die eventuell mit einsteigen oder den Flugplatz ganz übernehmen, dann im April dieses Jahres die Nachricht, dass die BIMA einen Käufer sucht. Deren Freiburger Statthalter Kästel betonte gestern, dass letztendlich entscheide, „was der Markt für bestimmte Nutzungen zu geben bereit ist“. Darüber hinaus bedeutsam sei die „Seriosität eines Anbieters“, der eine „solide Finanzierung“ vorweisen müsse. Offenbar ist man da noch nicht sehr weit gekommen. Ein Lahrer Mandatsträger erinnert sich an BIMA-Anfragen „nicht so potenter Interessenten“. Ein Kollege erläutert derweil das Kaufinteresse der Stadt bescheiden: „Wir wollen nicht,dass daraus jemand eine Rennbahn macht.“

 
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