BI gegen einen Flugplatz Lahr e.V.

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vom 08. September 2011   ,         Baden Online


 

Aller guten Dinge sind drei?

Ein neuer Betreiber für den Black Forest Airport steht noch nicht fest. Man sei noch in Verhandlungen mit Kaufinteressenten, hieß es bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) in Freiburg.

von Iunia Mihu

 

08.09.2011 - Lahr. Angela Merkel hat es getan und auch Nicolas Sarkozy. Beide Staatsoberhäupter sind auf dem Lahrer Flugplatz gelandet und von dort aus wieder Richtung Berlin und Paris abgehoben. Demnächst wird auch der Papst den Flughafen im Schwarzwald ansteuern Und jedes Mal, wenn namhafte Persönlichkeiten am Black Forest Airport Lahr landen, lassen die Befürworter keine Gelegenheit aus, die Bedeutung des Flughafens für die Region hervorzuheben. Das Problem ist nur: Er läuft nicht.

Ende April begann die Suche nach einem Nachfolger für die Betreibergesellschaft Black Forest Airport Lahr GmbH (BFAL) – und dauert bis heute noch an. Das wäre dann der dritte private Betreiber nach der britischen Wiggins Group plc. und der seit 2005 eingestiegenen australischen Investmentgruppe Babcock & Brown (B & B). »Wir stehen mit den Interessenten noch in den Verhandlungen«, sagt Markus Kästel von der Freiburger Niederlassung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) und zuständig für den Verkauf des Flugplatzes auf Anfrage der Mittelbadischen Presse. Fliegerische Nutzung.

Über die genaue Anzahl der Kaufinteressenten oder deren Herkunft will Kästel keine Auskünfte geben. Man wolle nichts überstürzen und zielführend arbeiten: »Das ist eben nicht so einfach wie bei einem Hauskauf. Es sind noch einige Fragen zu klären«, sagt er. Unter den eingegangenen Angeboten gebe es zwar auch welche, die nicht die fliegerische Nutzung im Blick haben. Allerdings will man sich bei der BIMA auf die fliegerische Ausrichtung konzentrieren – so wie es auch der Regionalplan vorsieht. Auf die Frage, wann der neue Käufer bekanntgegeben wird, antwortet Kästel: »Ich kann und möchte noch keinen Zeitpunkt nennen.

Wir lassen es bewusst offen, damit es nicht zu Spekulationen kommt.« Bei der Suche nach dem passenden Betreiber ziehe man an einem Strang mit der Stadt Lahr, dem Lahrer Businesspark »startkLahr« sowie dem derzeitigen Eigner B&B. Flughafen-Geschäftsführer Axel Grossmann macht vor allem »die politischen Obstruktionen« für das miese Geschäft mit dem Flughafen verantwortlich. Durch »das Hin und Her in Genehmigungsfragen« gehe viel kostbare Zeit verloren. Als Beispiel nennt er den anhaltenden Streit um den Zollstatus des Flughafens: Das Bundesfinanzministerium hat dem Flughafen Lahr die Genehmigung als Zollflugplatz verweigert, der BFAL legte Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein. Der Bundesfinanzhof verhandelt derzeit neu, ein Urteil steht noch aus. Der Flughafen dürfe zwar in Einzelfällen Fracht abfertigen, dies sei aber keine rechtliche Grundlage, mit der man vernünftig wirtschaften könnte. »Damit kann man einem Kunden nicht gegenübertreten«, sagt Grossmann gegenüber der Mittelbadischen Presse.

Kooperation mit Rust

2009 landeten auf dem Lahrer Flugplatz noch Gäste des Europa-Parks in Rust. Die Kooperation startete gut, doch dann gab es Schwierigkeiten. »Es lief nicht mehr wie geplant«, sagt Michael Kreft von Byern, Beauftragter der Geschäftsführung Europa-Park, gegenüber der Mittelbadischen Presse. Mit der Insolvenz von B & B wurde das Projekt mit dem Freizeitpark nicht mehr weiter gespannt. Für den Park Grund genug, sich umzusehen und auf andere Flughäfen auszuweichen, wie den Baden-Airpark in Rheinmünster und den Airport Basel-Mulhouse.

Lediglich »besondere Gäste«, wie Geschäftsreisende oder Prominente, werden heute noch am Lahrer Flugplatz empfangen. Dabei waren die Gäste, die in Lahr ankamen, stets zufrieden, sagt Kreft von Byern: »Gerade die Gäste aus England fanden es toll, dass sie in zwei Stunden von London in ihrem Hotel im Europa-Park waren«, und er fügt hinzu: »Wir würden gerne wieder von Lahr aus fliegen.« Dazu müsse aber der nachfolgende Betreiber ein schlüssiges und wirtschaftlich nachhaltiges Konzept präsentieren.

Unterstützung vom Land

Markus Ibert, Geschäftsführer des Industrie- und Gewerbezentrums Raum Lahr GmbH, wünscht sich vor allem, dass der künftige Betreiber stabile Verhältnisse mitbringt und »er das Areal mit seinem Gesamtpotenzial nutzen wird.«

Auch Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller hofft auf einen stabilen Nachfolger für die BFAL und blickt dabei auch nach Stuttgart. »Das Land hat Unterstützung für die Fortführung des Flugbetriebs auch nach Ende des Ausschreibungsverfahrens der BIMA zugesagt. Wir gehen dabei nicht von einer finanziellen Unterstützung aus«, teilte OB Müller schriftlich mit.

 
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