Archiv
vom 10. Mai 2011 , Lahrer Anzeiger
Bürgerinitiative fordert Abkehr vom Fliegen
Flugbetriebsgegner sprechen sich einmal mehr für die nichtfliegerische Nutzung des Lahrer Flughafens aus
|
Die Bürgerinitiative (BI) gegen einen Flugplatz Lahr fordert beim bevorstehenden Verkauf des Flugplatzes Lahr einen Neuanfang in der Diskussion um die Nutzung des Flughafen-Areals und insbesondere eine Abkehr von der fliegerischen Nutzung in Lahr. Lahr (red/bri). Alle bisherigen Geschäftsmodelle wie der Frachtflug oder die Europa-Park-Flüge seien gescheitert, schreibt die Bürgerinitiative gegen einen Flugplatz Lahr in einer Pressemitteilung Die kühnen Versprechen von Arbeitsplätzen und wirtschaftlichem Erfolg durch den Flugbetrieb hätten »nicht einmal ansatzweise eingelöst« werden können, so die BI weiter. Eine gute wirtschaftliche Entwicklung des Westareals habe »trotz gegenteiligen Behauptungen« ohne jegliche flugaffine Nutzung realisiert werden können. »Mit Bedauern stellen wir fest, dass der Oberbürgermeister der Stadt Lahr, der Bürgermeister von Friesenheim, sowie der Landrat weiterhin einem unerfüllbaren Traum nachhängen«, schreibt die Bürgerinitiative in Anspielung darauf, dass Müller, Roesner und Scherer sich kürzlich optimistisch geäußert hatten, dass ein neuer Flughafenbetreiber gefunden werden könne. Die vergangenen 18 Jahre hätten indes gezeigt, dass eine fliegerische Nutzung des Flugplatz-Areals »zu keinem Zeitpunkt nur annähernd wirtschaftlich rentabel war«, konstatiert die BI. »Zweckoptimismus« Nach Überzeugung der Bürgerinitiative gab und gibt keinen Bedarf für einen zusätzlichen Flughafen, »da in unmittelbarer Nähe schon erhebliche Flugplatz-Überkapazitäten vorhanden sind«. Andere Konversionsstandorte mit ehemaligen Militärflugplätzen hätten den fehlenden Bedarf an zusätzlichen Flugkapazitäten schon früher erkannt und sich rechtzeitig von der fliegerischen Nutzung distanziert. »Der übertriebene Zweckoptimismus in Lahr und Friesenheim« sei daher in keiner Weise angebracht, schreibt die BI in ihrer Pressemitteilung. Die Bürgerinitiative fordert nun die Entwicklung neuer Szenarien für die nichtfliegerische Nutzung des Geländes. Durch die Aufgabe des Flugbetriebs stünden den Umlandgemeinden 210 Hektar zusammenhängende Flächen für Ansiedlung von Gewerbe und Industrie sowie große ökologische Ausgleichsflächen zur Verfügung. »Gewerbebetrieb sollte hier mit dem Gedanken des Naturschutzes vereint werden«, findet die BI. Und weiter: »Wir fordern daher, sich unverzüglich vom Gedanken der fliegerischen Nutzung zu lösen und endlich die Chance eines Neuanfangs mit beispielhaftem ökologischem Charakter zu nutzen. Jeder Vorstoß, das Gelände ökologisch zu nutzen und die Lebensqualität der Anwohner zu verbessern, wird von der BI unterstützt.« »Nicht rentabel« »Eine wirtschaftlich rentable Situation wird sich mit einer flugaffinen Nutzung nicht einstellen«, so die Überzeugung der BI-Vorsitzenden Dieter Oschwald, Eberhard Jeske und . Alle bisherigen Betreiber sowie zwei private Investoren hätten dies in den zurückliegenden Jahren schon feststellen müssen. Werde am Flugbetrieb weiterhin festgehalten, dann gehe die Region erneut in eine ungewisse Zukunft, so die Meinung der Bürgerinitiative. |
