BI gegen einen Flugplatz Lahr e.V.

Archiv

zurück

vom 30. April 2011   ,         Badische Zeitung


 

Neue Hoffnungen auf einen Investor

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sucht in einer gebündelten Ausschreibung einen Käufer für Flugbetriebsflächen.

Manfred Dürbeck

 

LAHR. Seit mehr als anderthalb Jahren hat Babcock & Brown, Eigentümerin der Betreibergesellschaft des Flugplatzes BFAL (Black Forest Airport Lahr GmbH) erfolglos nach einem Nachfolger gesucht. Seit gestern hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) als Eigentümerin in Absprache mit Babcock diese Suche übernommen. Zum Verkauf ausgeschrieben werden zum einen die Flugbetriebsflächen mit einer Größe von 210 Hektar, zum anderen die Geschäftsanteile der BFAL – Frist ist der 15. Juni. Lahr und Friesenheim haben gestern die Entwicklung begrüßt.

Im Pressegespräch zeigten sich gestern Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller und Friesenheims Bürgermeister Armin Roesner zuversichtlich, dass diese Wende ein besseres Ende nehmen wird, als die bisherigen Versuche, den Lahrer Flugplatz mit Leben zu erfüllen. Babcock habe mit Millionen-Investitionen die Infrastruktur zwar in guten Zustand versetzt und die fliegerische Nutzung erhalten. Der wirtschaftliche Erfolg aber sei auch aufgrund der beschränkten Fluglizenz und der fehlenden Zollabfertigung hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Roesner und Müller sehen die BIMA im Zugzwang, haben ihr jedoch politische Begleitung und Unterstützung bei der Suche nach Betreibern für ein geeignetes fliegerisches Konzept zugesichert. Am Ziel einer fliegerischen Nutzung der Flächen wollen die Bürgermeister nicht rütteln. "Die Flächennutzungspläne der Stadt Lahr und der Gemeinde Friesenheimweisen die Flächen rund um die Landebahn und den taxi-way als Flugbetriebsflächen aus. Als zuständige Planungsträger werden wir daran festhalten", machten sie gestern deutlich. Der Flughafen sei immerhin eine der größten Verkehrsinfrastruktureinrichtungen in Südbaden – mit einer der leistungsfähigsten Landebahnen Süddeutschlands.

Keine Spekulationen zur Haltung der neuen Landesregierung

Ob die neue Landesregierung den Plänen einer fliegerischen Nutzung ebenso ablehnend gegenübersteht wie Schwarz-Gelb unter Mappus, darüber wollte Müller nicht spekulieren. Es sei bekannt, dass die Grünen Vorbehalte gegen weiteren Flugverkehr hätten. Andererseits hätten sie öffentlichen Investitionen in Flugplätze eine klare Absage erteilt: "In Lahr werden weder Landesmittel noch kommunale Gelder verwendet." Roesner ergänzte: "Die Erweiterung in Stuttgart wäre nicht notwendig, wenn man in Lahr das Bestehende nutzen würde."

Zwar haben die Kommunen kein Vetorecht bei der Entscheidung, wem die BIMA am Ende den Zuschlag erteilt, Roesner und Müller gehen aufgrund der bisherigen guten Kontakte aber davon aus, dass es zu einer einvernehmlichen Entscheidung kommen wird, bei der über einen privaten Betreiber weiter Fracht- und Geschäftsflüge möglich sind. Entscheidend sei dabei in erster Linie nicht das Höchstgebot, sondern die konzeptionellen Vorstellungen des Investors. Müller: "Der BIMA geht es dabei auch um eine Verbindung mit der Flächenvermarktung." Als Voraussetzung für einen funktionierenden Flugbetrieb nannte Roesner die Zollstelle vor Ort. Babcock sei mit seiner entsprechenden Klage inzwischen erneut vor dem Bundesverfassungsgericht. Die damit verbundenen Kosten im aussichtsreichen Rechtsstreit seien also weitestgehend geschultert, wenn ein neuer Investor einsteigt. Dass dieser ausbleibt, hält Müller für ausgeschlossen. Deswegen gebe es auch keinen Anlass, über einen Plan B nachzudenken.

Zuversichtlich zeigte sich auch Markus Ibert, Geschäftsführer der IGZ, dass ein Investor mit einem langfristigen Konzept erfolgreich arbeiten könnte. Es habe immer wieder Anfragen mit flugaffinem Bezug gegeben. Für eine Ansiedlung und wirtschaftliche Beziehungen zum Flugplatzbetreiber brauche es aber verlässliche Rahmenbedingungen.

 
zurück