BI gegen einen Flugplatz Lahr e.V.

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vom 9. März 2011   ,         Lahrer Zeitung


 

Zehn Kandidaten, Eine Frage

Landtagswahl Baden-Würrtemberg 2011
Braucht der Lahrer Flugplatz eine uneingeschränke Passagierfluglizenz?

 

Landtagskandidaten für den Wahlkreis Offenburg antworten:

Volker Schebesta (CDU): Ich habe mich von Anfang an für die fliegerische Nutzung des Lahrer Flugplatzes ausgesprochen. Deshalb habe ich die Forderungen aus Lahr an die Landespolitik unterstützt, so auch die des Betreibers Babcock & Brown nach einer Lizenz als Sonderflughafen für Personenflüge. Die Entwicklung des Flugplatzes ist erfreulich, auch die Ansiedlungen im Business Park. Dies zeigt, dass die Entwicklung nicht allein an der Regelung des Passagierflugs hängt.

Ulrike Weidt (SPD): Der Lahrer Flugplatz spielt für die ganze Ortenau eine wichtige Rolle, als Fracht- und Sonderflughafen für Passagiere, als Business-Park und als Beispiel, wie die Umwandlung von militärisch genutzter Infrastruktur in eine zivile Einrichtung gelingt. Allerdings haben wir an den Grenzen der Ortenau zwei Passagierflugplätze, die schon jetzt miteinander konkurrieren. Ein dritter Passagier-Flugplatz in Lahr müsste sich mit dem Baden-Airport in Söllingen/Baden-Baden und dem internationalen Flugplatz in Entzheim/Straßburg messen können. Auch mein Kollge, der Lahrer SPD-Kandidat Karl-Rainer Kopf, ist schon lange skeptisch, ob das funktionieren kann. Als Offenburger Kandidatin teile ich seine Ansicht dazu.

Anita Rost (FDP): Der Lahrer Flugplatz verfügt über eine bestehende Infrastruktur. Hier sollte die Nachfrage darüber entscheiden, ob der Flugplatz für eine uneingeschränkte Nutzung freigegeben werden kann. Für die Region würde dies sicher die Schaffung von Arbeitsplätzen mit sich bringen. Bisher wurde jedoch noch kein überzeugendes Betriebskonzept vorgelegt.

Thomas Marwein (Grüne): Nein. Es gibt genügend Flugplätze in nächster Nähe. Auf eine Passagierfluglizenz kann generell verzichtet werden. Das Frachtflugaufkommen ist so gering, dass sich auch dieses Geschäftsfeld wirtschaftlich nicht lohnt. Im Übrigen halte ich es aus Umweltgründen für höchst zweifelhaft, Waren per Flugzeug zu transportieren. Für Lahr hat sich der Flugplatzbtrieb seit dem Abzug der kanadischen Streikräfte nicht gelohnt.

Reinhard Bross (Linke): Ja.


Landtagskandidaten für den Wahlkreis Lahr antworten:

Helmut Rau (CDU): Der Flugplatz Lahr hat bisher mit den bestehenden Lizenzen keinen regelmäßigen Flugverkehr entwickeln können. Wesentlich wird sein, ob eine Kombination aus Logistik-Dienstleistungen und technologisch hochwertiger Produktion vor Ort entstehen kann. Es sind bereits viele Arbeitsplätze entstanden, so dass die Nutzung des Geländes nicht davon abhängt, ob ein Verkehrsflugplatz mit vollem Passagierflugangebot entsteht. Ich sehe auch keinen Träger für eine solche Nutzung, weil die Risiken erheblich wären.

Karl-Rainer Kopf (SPD): Zunächst einmal muss das Land endlich sein Henne-und-Ei-Spiel beenden. Bisher lenkt die Regierung vorhandene Bedarfe durch ihre Lizenzverweigerung für Lahr faktisch auf andere Flughäfen um und sagt dann, es gebe doch gar keinen Bedarf für Lahr! Das geht nicht! Zudem verweigert das Land die Erarbeitung eines Flughafenkonzepts für Baden-Würrtemberg, das allen Flughäfen dienen soll. Ein anderer Punkt ist meines Erachtens aber wichtiger: Wir haben es geschafft, das Konversionsgelände in Lahr zu entwickeln. Zahlreiche Firmen, insbesondere Logistikfirmen, haben sich auf dem Flugplatzareal angesiedelt, das tut der Region gut undd schafft Arbeitsplätze. Diesen Ansatz müssen wir konsequent weiter verfolgen. Mehr Unterstützung des Landes wäre dabei hilfreich.

Sandra Boser (Grüne): Mit der unmittelbaren Konkurrenz der Flugplätze Söllingen und Basel-Mulhouse halte ich es für wirtschaftlich nicht sinnvoll die Passagierfluglizenz für den Flugplatz Lahr auszuweiten.

Matthias Kappis (FDP): Wenn der Flugplatz wirtschaftlich rentabel betrieben werden soll, dann halte ich die uneingeschränkte Passagierfluglizenz für absolut notwendig. Die Infrastruktur ist da und liegt nahezu brach.

Lukas Oßwald (Linke): Nein. Wir haben schon genug Flugplätze und möchten nachts gerne schlafen. Im Übrigen ist es ziemlich unglaubwürdig, wenn eine Stadtverwaltung beim Bahnlärm von angeblich 28000 Betroffenen in Lahr spricht und gleichzeitig den Fluglärm, dem noch viel mehr Bürger ausgesetzt sind, völlig ignoriert. Die Bahn ist aber im Gegensatz zum Flugzeug ein umweltverträgliches Verkehrsmittel und gilt es auszubauen. Es gibt schlichtweg keinen Bedarf, außer vielleicht nachts, wo es an vielen anderen Flughäfen Nachtflugverbote gibt, weil dort die Menschen nämlich auch schlafen wollen. Die Fliegerei in Lahr künstlich am Leben zu erhalten, hat uns schon genug Geld gekostet.

 
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