BI gegen einen Flugplatz Lahr e.V.

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vom 9. März 2011   ,         Lahrer Zeitung


 

Flugplatz tritt auf der Stelle

Lahrer Frachtgeschäft dümpelt vor sich hin / Nach wie vor Investor gesucht

Jürgen Becker

 

Lahr. Der Flughafen Lahr kommt nicht von der Stelle: Das Frachtgeschäft dümpelt vor sich hin, die Verhandlungen zum Verkauf des Black Forest Airports Lahr (BFAL) ziehen sich seit mehr als einem Jahr hin, die Passagierzahlen tendieren gegen Null

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nikolas Sarkozy flogen vor einigen Monaten über Lahr zum deutsch-französischen Gipfel in Freiburg ein. Bundespräsident Christian Wulff landete auf dem BFAL - und im September wird nun voraussichtlich die Maschine von Papst Benedikt XVI. über die Rollbahn donnern. Während hohe Gäste die Vorzüge des verkehrsgünstig gelegenen Flughafens zu schätzen wissen, bleibt der Otto-Normal-Passagier außen vor.

Der Flughafen hat seit 2006 lediglich eine eingeschränkte Passagierfluglizenz, gedacht für Besucher des Europa-Parks in Rust. Mehr war wegen des Widerstandes aus Nordbaden, das Konkurrenz für den staatlich subventionierten Regionalflughafen in Söllingen bei Baden-Baden befürchtete, nicht drin. Doch auch die Europa-Park-Besucher schweben schon im zweiten Jahr in Folge über Söllingen ein. Die letzten Rust-Touristen waren im Jahr 2009 von Wien aus nach Lahr geflogen. Den Einkauf von Flügen, um den Markt zu stimulieren, hat der BFAL inzwischen aber ad acta gelegt. Das sei nicht die primäre Aufgabe von Flughäfen, sondern von Reiseveranstaltern, hatte es bereits vor einem Jahr geheißen.

Der Europa-Park selbst will die Kooperation mir Air Berlin fortsetzen. Diese Flugesellschaft steuert von Wien, Hamburg und Berlin aus Söllingen an. "Über ein Unternehmen bieten wir von Söllingena aus Shuttles an", sagt Europa-Park-Pressesprecherin Esther Wawrin. "Wir sind ja nur die Destination. Dass wir selbst Flüge für Landungen in Lahr einkaufen, schließen wir aus."

Unabhängig von Charterflügen registriert der BFAL indes nach eigenen Angaben pro Jahr rund 16000 Flugbewegungen. Mit der Stationierung weiterer Geschäftsflugzeuge werde dieser Zweig zunehmend an Gewicht gewinnen, informiert der BFAL auf seiner Homepage.

Der derzeitige Flughafeneigentümer BNB Properties, der zu der inzwischen liquidierten australischen Investmentgesellschaft Babcock & Brown gehört hatte, hat die Vorgabe, sich von seinen Vermögenswerten zu trennen. Einen Investor zu finden, ist offensichtlich aber schwierig. "Wir verhandeln mit mehreren interessierten Parteien", sagt Axel Großmann. "Einen Zeitrahmen bis zum Abschluss gibt es noch nicht. Wir hoffen aber, dass es bald zum Verkauf kommt, damit wir mehr Planungssicherheit haben."

Auf den Status eines Zollflughafens muss der BFAL unterdessen weiter warten. Eine feste Zolldienststelle gibt es nicht. Das Bundesfinanzministerium macht deren Einrichtung von einem entsprechenden Frachtgutaufkommen abhängig. Einzelgenehmigungen für die Zollabfertigung werden für Lahr inzwischen aber wieder problemlos erteilt. Bei Bedarf kommt eine mobile Zolltruppe zum BFAL. Dennoch werden in Lahr nur vereinzelt Güter umgeschlagen.

"In zählbaren Einheiten hat sich das Cargo-Geschäft in den vergangenen Monaten wenig entwickelt, weil der Flugplatzverkauf noch nicht abgeschlossen ist", sagt Großmann. Das eine hänge mit dem anderen zusammen. Solange nicht klar sei, werden den Flugplatz als Betreiber übernimmt, stehe die zukünftige geschäftspolitische Ausrichtung des Airports nicht fest. "Das macht es schwierig, in Frachtverträge einzusteigen, weil die einen bestimmten Zeitraum vertraglich bindend sind. Wir sind aber mit etlichen Interessenten im Gespräch, ohne dass wir derzeit aber etwas Greifbares dazu sagen können."

 
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