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vom 13. September 2010 , Lahrer Zeitung
Kommentar: Die meisten Messen gelesen
von Jürgen Becker
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Zu wenig Lobby in Stuttgart und Berlin, ein zu vielstimmiger Chor in der Region und mehr als 100 Millionen Euro Landes- und Kommunalgelder, die nach Söllingen geflossen sind - wie hätte da der Black Forest Airport Lahr gegen den Konkurrenten im Landkreis Rastatt mithalten sollen. Das ist die eine Seite der Medaille. Auf der anderen stehen Zögerlichkeit, Inkonsequenz und das strategisch fatale Einknicken bei der uneingeschränkten Passagierfluglizenz. Beim Passagierflugverkehr sind die Messen inzwischen gelesen. Der Billig-Airline-Markt ist gesättigt, andere Low-Cost-Flughäfen haben sich etabliert. Das sollte auch der Lahrer Oberbürgermeister wissen, der trotzdem weiter Optimismus versprüht. Aber was sollte er auch anderes tun? Den Flughafen offiziell abschreiben in einer Situation, in der ein neuer Betreiber gesucht wird? Da wäre er ein schlechter Wirtschaftsförderer. Lamentieren hilft nicht. Pragmatismus ist mehr denn je gefragt. Die Konzentration auf Nischen könnte ein Weg aus der Misere sein. Kleinere Brötchen backen, Kooperationen eingehen, die Ansiedlung von Unternehmen mit Komponenten-Luftfracht vorantreiben, vor allem in der Region endlich mit einer Stimme sprechen und mehr Akzeptanz in der Bevölkerung schaffen - das verspricht mehr Erfolg als die vorherigen hochfliegenden Pläne. |
