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vom 11. August 2010 , Stadtanzeiger
Lahrer Flugplatz: Hick-Hack und seltsames Gebaren
Frachtflüge im größeren Umfang im Visier – EU soll ihr O.K. geben
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Lahr (rö). Keine Flüge mehr in diesem Jahr mit Besuchern des Europa-Parks, die auf dem Lahrer Flugplatz landen. Wie eine Mitarbeiterin der Black Forest Airport Lahr GmbH (BFAL) gestern betonte, ist in diesem Jahr nichts geplant. Ungewiss ist auch, ob und wie lange der Flugplatzbetreiber, die australische Investorengruppe Babcock & Brown, bei der Stange bleibt. Dessen Europachef Martin W. Ray mochte sich gestern dazu nicht äußern, weil er damit „intensive Gespräche nicht gefährden“ wolle. Auf solche Gespräche hatte Ray bereits Ende vergangenen Jahres verwiesen. Ziel: Einen Partner mit ins Boot holen oder einen Käufer zu finden, der den Flugplatz gleich ganz übernimmt. Diese Marschroute wurde eingeschlagen, nachdem die australische Investmentfirma in erhebliche finanzielle Turbulenzen geraten war und sich nach langen Verhandlungen mit Banken auf ein „Restrukturierungskonzept“ einigte. Ziel: Die Schulden reduzieren und sich von nicht rentablen Engagements zu trennen. Zu diesen Engagements zählt auch der Lahrer Flugplatz, den ein ähnliches Schicksal bereits vor rund fünf Jahren ereilt hatte: Damals war die britische Investorengruppe Wiggins, die später unter dem Namen „Plane-Station“ den Lahrer Flugplatz betrieb, pleite gegangen. Derweil laufen derzeit Stadtanzeiger- Informationen zufolge Gespräche mit einem Unternehmen, das über den Lahrer Flugplatz in größerem Umfang Frachtflüge abwickeln möchte. Dem Vernehmen nach wurde aus Berlin mit Blick auf eine entsprechende Genehmigung Zustimmung signalisiert , und in Brüssel laufen Bemühungen, eine Genehmigung der EU zwecks Schaffung einer Einfuhrstelle für Lebensmittel zu erhalten. Gut unterrichteten Kreisen zufolge erhöhen sich die Chancen, dass ein Investor, mit dem Martin W. Ray eigenen Angaben zufolge intensiv verhandelt, als Partner einsteigt oder den Flugplatz übernimmt, wenn die angepeilten Frachtflüge in trockenen Tüchern sind. Unterdessen wundert sich einer von insgesamt drei noch verbliebenen Lahrer Mitgesellschaftern der BFAL über das Verhalten der australischen Partner. Nur einmal habe eine Gesellschafterversammlung stattgefunden - unter der Leitung eines Babcock & Brown- Vertreters, der „nicht den besten Eindruck“ gemacht habe. Verwundert zeigte sich der Gesellschafter auch über das Verhalten, nachdem das Bundesverfasssungsgericht im September vergangenen Jahres eine Entscheidung des Bundesfinanzhofes, das dem Lahrer Flugplatz die Anerkennung als Zollflugplatz verweigerte, zur erneuten Entscheidung an das Gericht zurückgewiesen hatte. Begründung unter anderem: Die Beschränkung der Berufsfreiheit sei dabei „völlig ausgeblendet“ worden. Nach einer Berufung des Landes hat Babcock & Brown Erkenntnissen des Gesellschafters zufolge darauf verzichtet, weiter für das Lahrer Anliegen zu kämpfen. Begründung, wie ihm gesagt worden sei: Man wolle weiter mit dem Land zusammenarbeiten. Zum Beispiel bei Bahnausbauten und anderen Projekten. Anmerkung der BI: Der Europa-Beauftragte heißt Martin W. Rey (nicht Ray) |
