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vom 4. März 2010 , Lahrer Zeitung
Flughafen setzt zur Notlandung an
Investor gesucht: Nach Insolvenz des Betreibers soll Black Forest Lahr abgestoßen werden / Europa-Park-Kooperation floppt
Stefan Maier
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Lahr. Der Flughafen in Lahr (Ortenaukreis) steht zum Verkauf. Geschäftsführer Axel Großmann bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung, dass derzeit Verhandlungen laufen. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass in diesem Jahr die Europa-Park-Flüge ins Wasser fallen. Der geplante Verkauf hängt mit den Schwierigkeiten des Flughafen-Betreibers Babcock & Brown zusammen. Die australische Investmentgesellschaft musste im vergangenen Jahr wegen der weltweiten Finanzkrise Insolvenz anmelden. Deren Tochter BNB Properties, zu der auch der Lahrer Flughafen gehört, ist zwar nicht von der Zahlungsunfähigkeit betroffen. Wegen der anstehenden Neustrukturierung des Gesamtkonzerns hat das Tochterunternehmen jedoch die Vorgabe, sich von ihren Vermögenswerten zu trennen. Das soll im Laufe der nächsten zwei bis drei Jahre über die Bühne gehen. Der Flughafen-Geschäftsführer geht jedoch davon aus, dass der Black Forest Lahr schon früher den Eigentümer wechselt. Zum Stand der Verhandlungen wollte Großmann keine Angaben machen. Der Flughafen hat seit 2006 eine eingeschränkte Passagierfluglizenz, gedacht für Besucher des Europa-Parks im benachbarten Rust- mehr war wegen des Widerstandes aus Nordbaden, das Konkurrenz für den staatlich subventionierten Regionalflughafen in Söllingen bei Baden-Baden befürchtete, nicht drin. 13 Flüge von Wien nach Lahr hat es im vergangenen Jahr nach Angaben von Europa-Park-Sprecherin Esther Wawrin gegeben. In diesem Jahr gibt es möglicherweise gar keine Europa-Park-Flüge - bisher ist laut Axel Großmann nichts geplant. "Wir haben in der Vergangenheit Flüge eingekauft, um den Markt zu stimulieren", so der Flughafenchef. Das sei jedoch nicht primäre Aufgabe von Flughäfen, sondern von Reiseveranstaltern. Großmann: "Irgendwann muss so etwas auf eigenen Füßen stehen." Das Kapitel Europa-Park-Flüge sei für Lahr jedoch noch nicht abgeschlossen: "Man muss es weiter versuchen." Nicht leichter wird es für Lahr dadurch, dass Air Berlin seit Herbst 2009 Linienflüge von Wien nach Söllingen anbietet, die auch von Europa-Park-Besuchern genutzt werden. Der Europa-Park setzt deshalb Shuttle-Busse von Söllingen nach Rust ein. "Wir lassen Lahr nicht fallen, aber natürlich suchen wir nach Alternativen", so die Europa-Park-Sprecherin. Dass der Status eines Sonderflughafens für Besucher des Europa-Parks nicht ausreicht, um wirtschaftlich arbeiten zu können, darauf hat der Lahrer Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller immer wieder hingewiesen und eine uneingeschränkte Passagierfluglizenz für Lahr gefordert. Immerhin hat der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Claus Schmiedel, vor zwei Jahren eine "Dezentralisierung" des Luftverkehrs in Baden-Würrtemberg ins Gespräch gebracht, um eine Erweiterung des Stuttgarter Flughafens überflüssig zu machen: Bei einer solchen Regionalisierung könnte neben Friedrichshafen und Söllingen auch Lahr als ein weiterer Regionalflughafen eine größere Rolle spielen als bisher. AUch in puncto Frachtflug hat es der Flughafen Lahr schwer. Er hat zwar eine entsprechende Lizenz, kann sie aber bisher aufgrund des immer noch fehlenden Zollstatus nicht voll nutzen. "Im Moment versuchen wir, mit dem zarten Aufblühen der Weltwirtschaft etwas in Richtung Frachtflug zu machen"; so Großmann. Das sei aber nicht einfach: "Wenn selbst etablierte Frachtflughäfen über 20 Prozent weniger Umsatz klagen, ist es für Newcomer besonders schwer." |
