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vom 19. November 2008 , Handelsblatt
Babcock & Brown kämpft ums Überleben
Fehlendes Fremdkapital
von Hans G. Nagl
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Ob Stromnetze, Windparks oder Häfen - die Einkäufe der Investment-Firma Babcock & Brown wurden in der Vergangenheit meist durch Fondsprodukte finanziert. Ein Geschäftsmodell, das in der Kreditkrise so gut wie tot ist. Die Existenz des australischen Investors ist in Gefahr. FRANKFURT. Der mit dem Rücken zur Wand stehende Infrastruktur-Investor Babcock & Brown (B&B) rechnet branchenweit kurzfristig mit harten Zeiten. „2009 dürften Investitionen nur sehr selektiv möglich sein“, sagte B&B-Europachef Martin Rey dem Handelsblatt. „Die hohen Fremdkapitalfinanzierungen der vergangenen Jahre sind zumindest vorerst passé und auch die Eigenkapitalinvestoren haben sich weitestgehend zurückgezogen.“ Die Kreditkrise könnte Rey zufolge auch derzeit laufende Verkaufsprozesse belasten – wie etwa die Auktion um das Stromnetz des Energieriesen Vattenfall, an dem auch B&B Interesse hat. „Man muss sich allerdings die Frage stellen, ob sich dieser Deal nicht möglicherweise nach hinten verschiebt“, sagte der Manager. In Branchenkreisen wird der Wert des Netzes auf rund eine Mrd. Euro taxiert. Offenbar wird ein Verkauf bis März angestrebt. Vattenfall selbst hat aber bereits eine mögliche Verschiebung angedeutet. Fraglich ist, ob Babcock & Brown die Übernahme überhaupt stemmen könnte. Denn das Geschäftsmodell der Australier, die in der Vergangenheit alles von Stromnetzen über Windparks bis hin zu Wohnung und Häfen einkauften und diese Engagements in Fonds verpackten, ist derzeit mehr oder weniger tot. Grund ist die Zurückhaltung der Banken bei der Vergabe von Krediten. B&B war bei seinen Investments stets hohe Verschuldungsgrade eingegangen. Jetzt ist der Wert der Engagements zum Teil heftig gesunken, zugleich werden die Banken immer vorsichtiger und ziehen sich aus der Refinanzierung zurück. Erst am Montag hatte der Gläubiger Wachovia angekündigt, bei B&B womöglich Pfandrechte in Anspruch zu nehmen. In der Folge brachen die Aktien des australischen Investors auf ein Rekordtief von 27 Australischen Cents ein. Analysten schließen die Abwicklung der Gesellschaft mittlerweile nicht mehr aus. „Es steht außer Frage, dass auch Babcock & Brown vor Problemen steht“, räumte Rey ein. Oberstes Ziel sei deshalb die Entschuldung. Sein Haus werde sich wie angekündigt weltweit von Engagements trennen. Am Montag war es B&B gelungen, einen Teil seiner Windkraftanlagen in Portugal für 1,15 Mrd. Euro zu verkaufen. Auch Wind-Parks in Frankreich, Griechenland und Deutschland stünden zum Verkauf, sagte Rey. „Das könnte eine Milliardenhöhe erreichen.“ Auf Dauer sieht Rey allerdings weiter große Nachfrage nach Infrastruktur-Investitionen. Institutionelle Anleger seien bislang zu wenig in diesem Bereich vertreten, sagte er. Langfristig betrachtet seien trotz der Krise weiter zwölf bis 14 Prozent Rendite möglich. Tatsächlich entdecken derzeit auch andere den Bereich Infrastruktur. Der schwedische Finanzinvestor EQT hat beispielsweise jüngst einen 1,2 Mrd. Euro schweren Fonds hierfür geschlossen. Geplant sind unter anderem Investments in Bereichen wie Energieversorgung, Krankenhäuser, Schulen, Gefängnisse, Mautstraßen oder Infrastruktur-Wartung. Quelle: http://www.handelsblatt.com |
