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vom 21. Juni 2008 , Baden Online / Mittelbadische Presse
Kommentar: Abheben mit Fracht
von Sabine Schwendemann
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Das ungute Gefühl in der Magengegend meldet sich wieder und damit die Frage: Was ist, wenn das Geschäft mit dem Flughafen Lahr nichts anderes ist als eine riesige Luftnummer? Vor knapp drei Jahren ging der damalige, unbedeutende Verkehrsflugplatz an den weltweit agierenden Investor Babcock & Brown. Nach der Bruchlandung, die der Vorbesitzer, die britische Plane Station Group, hingelegt hatte, schien das der rasante Start in eine glänzende Zukunft zu sein. Es wurde in die Gebäude investiert, vor ziemlich exakt zwei Jahren kam aus dem Freiburger Regierungspräsidium die Lizenz für die Europa-Park-Flüge. Gäste aus London, Wien und Rotterdam sollten sich die Klinke des Empfangsterminals in die Hand geben, bis zum Jahr 2011 sollen es jährlich 1,2 Millionen Menschen sein, die mittels 30 Flugbewegungen am Tag in Lahr landen und abheben sollen. Soweit das Konzept. Geblieben sind neun Maschinen aus Wien. So viele landen in diesem Jahr in Lahr. Ziemlich wenig, befindet da so mancher Außenstehende – und beginnt sich zu fragen, wann an der belastbarsten Landebahn weit und breit die Positionslichter ausgehen.Frachtflug. Das klingt erst mal nicht sehr attraktiv. Aber es könnte die Lösung sein. Denn Frachtflug – das klingt auch nach Arbeit. Und die kann der Lahrer Flughafen gut gebrauchen. Auch Babcock & Brown weiß das – derzeit laufen unter Ausschluss der Öffentlichkeit entsprechend Verhandlungen. Frachtflug dürfte auch der Stadt Lahr gut ins Konzept passen. Schließlich empfiehlt sie das Gewerbegebiet rund um den Flughafen bereits den großen Logistikern für die Ansiedlung von Frachtzentren. Und das mit Erfolg, wie Ansiedlungen von ABX bis Fiege beweisen. Ein Frachtflughafen Lahr – am besten mit höherer Tonnage-Begrenzung und mit Zollstatus – würde Lahr endgültig zum gefragten Logistik-Zentrum machen. Sogar der benachbarte Konkurrent – der Flughafen in Söllingen – dürfte nichts dagegen haben. Schließlich gesteht man dort offen ein, für den Frachtbereich nicht optimal ausgerüstet zu sein. Man möchte Lahrs Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller gerne die Daumen drücken, dass es klappt. Damit rasch eine ansehnliche Start- und Lande-Statistik auch die letzten Zweifler an einem wirklichen Erfolg des Lahrer Flughafens überzeugen kann. |
