BI gegen einen Flugplatz Lahr e.V.

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vom 15. August 2007   ,         Badische Zeitung


 

Teurer Kampf gegen kleinen Käfer

Insektizidbekämpfung des Maiswurzelbohrers kostet 600 000 Euro / Landwirtschaftsminister Peter Hauk gestern in Hugsweier

Von Redakteur Bruno Kohlmeyer

 

LAHR. Die Bekämpfung des Maiswurzelbohrers mit Insektiziden in einer ersten Runde im Raum Lahr kostet 600 000 Euro. Bezahlt wird diese Offensive gegen den hoch schädlichen Käfer diesmal (noch) vom Land. In den Kosten nicht enthalten sind die Ertragsausfälle, die die Landwirte hinnehmen müssen. Dies erläuterte gestern in Hugsweier Peter Hauk, Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, bei einem Vor-Ort-Termin.

In Übereinstimmung mit EU-Recht werde das Land die Bekämpfung des Schädlings stringent durchziehen, betonte der Minister. Am Sonntag habe die Insektizidausbreitung mit Stelzenschleppern begonnen, in der Befallszone, in der bislang sechs solcher Käfer gefangen wurden, sei sie mittlerweile abgeschlossen. Um eine Ausbreitung des Schädlings möglichst schnell erkennen zu können, habe das Ministerium zusätzliche Pheromonfallen entlang der Autobahn, aber auch an den Flughäfen Stuttgart, Friedrichshafen und Söllingen aufstellen lassen, erläuterte Peter Hauk. Es gebe gewisse Wahrscheinlichkeiten, dass der Käfer in Flugzeugen weitergetragen werde. Nachdem am 23. Juli der erste Käfer bei Hugsweier gefangen worden war, hat die Biologische Bundesanstalt am 2. August bei einem Besuch in Lahr die für eine Bekämpfung notwendige Abgrenzung festgelegt. Zwischen 2500 und 3000 Hektar Ackerflächen fallen in die Befalls- und in die Sicherheitszone, in denen die Käferbekämpfung mit Insektiziden notwendig ist. Sollte es Kapazitätsengpässe bei Stelzenschleppern geben, werde das Land auch auf Hubschrauber zurückgreifen, machte Peter Hauk deutlich. In der Ortenau liegt die gesamte Maisanbaufläche bei 15 000 Hektar. Das Ziel müsse ganz klar sein, jede weitere Ausbreitung des gefährlichen Käfer zu verhindern, ihn im besten Fall auszurotten.

Um eine Ausbreitung der vorhandenen Käfer zu verhindern, hat das Regierungspräsidium zunächst einmal bis zum 15. September ein Ernteverbot ausgesprochen. Die Käfer sitzen auf den grünen Blättern, so dass sein Einbringen von Mais geradezu kontraproduktiv wäre. Sensibilisiert werden sollen die Landwirte überdies dafür, ihre Ackergeräte zu reinigen, wenn sie von einem Maianbaugebiet zum anderen fahren. Grundsätzlich gilt in den Befallszone (ein Kilometer im Umkreis der Fundstellen) dass 2008 und 2009 kein Mais angebaut werden darf.

Karl Silberer, Vizepräsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands und Landwirt in Schuttern, der selbst 100 Hektar Mais anbaut, unterstrich nochmals die Bedeutung des Maisanbaus für die Landwirte im Oberrheingraben. Aus klimatischen Gründen (zu warm) sei der Getreideanbau keine Alternative, da gebe es viel zu geringe Erträge. "Ohne Maisanbau haben die Landwirte am Oberrhein keine wirtschaftliche Zukunft" , betonte er, der Maiswurzelbohrer nehme ihnen wieder einen Markt. Landwirte und Landesregierung müssten sich zusammensetzen, um über Strategien zu reden, wie man mit der jetzigen Situation, der notwendigen Bekämpfung des Schädlings und natürlich auch die Kosten hierfür insgesamt umgehen wollen. Minister Peter Hauk nahm den Landwirten eine andere mögliche Sorge: "Den Anbau von genverändertem Mais als Vorsorge gegen einen möglichen Befall durch den Käfer kann ich den Landwirten nicht empfehlen" , meinte er. Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller mahnte Landwirte und die Landesregierung, nicht vorschnell den Flughafen als Einflugschneise des Käfers zu nehmen. Man müsse auch sehen, dass es im Raum Lahr einen enormen Frachtverkehr mit Lastwagen gebe.

 
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