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vom 5. Januar 2006 , Badisches Tagblatt Baden-Baden
Region schließt Reihen gegen Lahr
Von Christa Hoffmann
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Rastatt/Baden-Baden - Im Streit um den Flughafen Lahr mehren sich die Stimmen aus der Region, die sich mit deutlichen Worten gegen die Erteilung einer Passagierfluglizenz für den Black Forest Airport aussprechen. Der Rastatter Landrat Jürgen Bäuerle (CDU) hält es für "unrealistisch und unsinnig", dass die Landesregierung über Passagierflüge in Lahr nachdenke. Außerdem wächst in der CDU-Fraktion in Stuttgart der Unmut darüber, dass das Thema so kurz vor der Landtagswahl im März öffentlich diskutiert wird. Mitte nächster Woche solle nun bei einer CDU-Fraktionsklausur über den Flughafenstreit gesprochen werden, heißt es in Stuttgart. Gegen einen Passagierflugbetrieb in Lahr sprechen sich auch die beiden mittelbadischen Landtagsabgeordneten Ursula Lazarus (Baden-Baden) und Karl-Wolfgang Jägel (Rastatt, beide CDU) sowie die BadenBadener Oberbürgermeisterin Sigrun Lang aus. Landrat Bäuerle erinnert an den Schulterschluss der Region, mit dem eine Förderung des damals in Nöten geratenen BadenAirports in Söllingen gelungen sei. "Dies war nur mit der Zusage der Landesregierung möglich gewesen, dem Flugplatz Lahr keine Passagierfluglizenz zu erteilen", erklärt Bäuerle. Bisher sind in Lahr nur Frachtflüge möglich. Laut Staatsminister Willi Stächele (CDU) wird aber eine eingeschränkte Genehmigung zum Betrieb eines Passagierflughafens im Ortenaukreis geprüft. Nach Einschätzung von Experten verhält es sich aber im Hinblick auf die verwaltungsrechtliche Situation so, dass der Lahrer Flughafen-Betreiber, die australische Investmentfirma Babcock & Brown, nach Erteilung einer beschränkten Passagierfluglizenz jederzeit Anspruch auf eine unbegrenzte Lizenz hätte. Bäuerle verweist darauf, dass die Luftsicherheitskontrolle und der Polizeidienst - auch wenn der Flughafen privat betrieben wird - erhebliche Landesmittel verschlingen würden. Außerdem sei das von den Lahr-Befürwortern vorgebrachte Tourismus-Argument "unrealistisch und unsinnig". Bereits heute stünden für den Europapark in Rust sowie für Schwarzwaldurlauber mit Basel/Mulhouse, Straßburg und dem Baden-Airport drei Flughäfen zur Verfügung, ergänzt Claus Haberecht, der im Landratsamt für die Strukturförderung zuständige Dezernent. "Alle interessanten Ziele im Schwarzwald und auch der Europapark sind innerhalb von 30 bis 50 Minuten von diesen drei Flughäfen aus erreichbar." In einer gemeinsamen Erklärung verweisen die Landespolitiker Lazarus und Jägel darauf, dass der Regionalflughafen in Söllingen "ohne zusätzliche Investitionen locker in der Lage wäre, das gesamte Passagieraufkommen für den Europapark in Rust mit abzuwickeln". Das Erfolgsmodell Söllingen dürfe nicht durch ein künstlich geschaffenes Überangebot aus Lahr gefährdet werden. Baden-Badens OB Lang verweist darauf, dass sich die Region nur im Vertrauen auf die Landesplanung, dass Lahr keine Passagierfluglizenz erhält, finanziell am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden beteiligt habe. Angesichts knapper Mittel sei dies den regionalen Gesellschaftern ganz und gar nicht leicht gefallen. Baden-Baden hält nach Karlsruhe den zweithöchsten Anteil an der Baden-Airpark-Beteiligungsgesellschaft. |
