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vom 31. Dezember 2005 , Badische Zeitung
Land prüft eine beschränkte Lizenz
Minister Stächele: Lahr würde Ziel für Gäste des Europa-Parks und des Schwarzwalds / OB Müller: “ Das wäre ein großer Erfolg”
Von Bruno Kohlmeyer
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LAHR. Im Streit um Passagierflüge auf dem Lahrer Flughafen zeichnet sich nach jahrelangem Tauziehen die Möglichkeit einer Einigung ab. In der Landesregierung werde die Erteilung einer beschränkten Lizenz diskutiert, sagte Staatsminister Willi Stächele (CDU) am Freitag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Diese sehe vor, dass Lahr lediglich Zubringer-Flughafen für den Schwarzwald und den Europa-Park in Rust sein dürfe. Die beschränkte Lizenz verhindere eine neue Konkurrenz für den nur 60 Kilometer von Lahr entfernten Baden-Airport in Rheinmünster-Söllingen. “ Wir prüfen eine Lösung, die den Interessen beider Regionen gerecht wird” , sagte Stächele. Lahr solle eine beschränkte Lizenz für Passagierflüge erhalten. Gleichzeitig solle die Rolle des Baden- Airports als staatlich und kommunal geförderter Regionalflughafen gestärkt werden. Mit Lahr werde es keinen zweiten Regionalflughafen am Oberrhein geben, der über ein komplettes fliegerisches Angebot verfüge. “ Lahr wird lediglich von Fluglinien und Reisegesellschaften angeflogen, die Gäste des Europa-Parks und Schwarzwald-Touristen in die Region bringen” , sagte Stächele. Diese Regelung entspreche den Wünschen des Lahrer Flugplatzbetreibers. “ Und sie verhindert, dass dem Baden-Airport ein Wettbewerbsnachteil entsteht.” Der Flughafen Lahr mit seinem neuen Investor Babcock & Brown müsse privatwirtschaftlich arbeiten und auf staatliche Investitionshilfen verzichten, sagte Stächele nach Agenturangaben. “ Die öffentlichen Zuschüsse werden auf den Ausbau Söllingens als Regionalflughafen konzentriert.” Ziel sei vor allem eine bessere Erschließung des Baden-Airports an die Autobahn Karlsruhe-Basel. “ Lahr kann touristische Gesamtpackete schnüren, die andere Flugplätze am Oberrhein nicht bieten können” , sagte Stächele. Die von der Landesregierung angestrebte Lösung helfe der Stadt Lahr und ihrer Umgebung, ohne anderen Regionen im Land zu schaden. “ Baden-Württemberg will eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem internationalen Investor Babcock & Brown” , sagte Stächele. Geprüft werde daher auch eine Beteiligung der australischen Investmentfirma am Baden-Airport. Dadurch könnten die an dem Regionalflughafen finanziell beteiligten Kommunen entlastet werden. Im Auftrag von Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) moderiert Stächele seit Ende Oktober die Gespräche zwischen Investor, Kommunen und Land zur Zukunft des Flughafens Lahr. Bislang dürfen auf dem ehemaligen Militärflugplatz Lahr nur Fracht- und Geschäftsflüge abgewickelt werden. OB Wolfgang Müller erklärte der BZ, dass man auf Lahrer Seite mit einer solchen Variante in die Gespräche mit der Landesregierung gegangen sei. Käme es so, wie Stächele erklärt habe, wäre dies auf jeden Fall hilfreich, es gäbe für den Flughafen Lahr einen kräftigen Schub. Lahr würde damit eine Destination für deutsche und europäische Fluglinien. “ Das wäre ein sehr großer Erfolg” , betonte Wolfgang G. Müller. Immerhin, so Müller: Käme es so, wäre dies eine sehr gute Nachricht zum Jahreswechsel. Er hoffe, dass Minister Stächele mit dieser Position eine Mehrheit im Kabinett finde und sich auch Ministerpräsident Oettinger endgültig für Lahr aussprechen könne. |
