BI gegen einen Flugplatz Lahr e.V.

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vom 21. Dezember 2005   ,         Bürgerinitiative gegen einen Flugplatz Lahr e.V.


 

P R E S S E M I T T E I L U N G

Bürgerinitiative gegen einen Flugplatz Lahr e.V.

 

Durch das neue Konzept der Black Forest Airport Lahr GmbH (BFAL) sieht die Bürgerinitiative gegen einen Flugplatz Lahr die ursprüngliche Antragsbegründung für Passagierflug für nicht mehr gerechtfertigt. Die damalige Grundlage, die auf Passagierflug mit Low-Cost-Fluglinien beruhte, ist durch den Konzeptwechsel des neuen Betreibers nicht mehr gegeben. Alle Angaben und Zahlen im "Antrag auf Genehmigung eines Verkehrsflughafens" vom 17.12.2002 sind somit nicht mehr zutreffend.

Durch den nun geplanten "Inbound Traffic" sind nur noch Flüge nach Lahr geplant. Tourismusverkehr aus der Region ist nicht mehr Bestandteil des neuen Konzeptes. Geplante Low-Cost-Flüge nach Oberitalien, Spanien, England und Mallorca werden nicht mehr stattfinden. Das prognostizierte Fluggastaufkommen des ehemaligen Betreibers Plane Station kann dadurch in keinster Weise erreicht werden. Auch die im Passagierflug-Antrag erwähnte Kombination von Fracht- und Passagierflug ist nicht mehr möglich. Somit entfällt die erhoffte Generierung von Frachtflug (Belly-Fracht, Beiladung) vollständig.

Die Bedarfsuntersuchung von "Airport Research Center GmbH, Aachen" (ARC) vom 24.März 2003 war Basis für den Passagierflug-Antrag. In diesem Gutachten ist man von Passagierzahlen ausgegangen, die nur durch Angebote im Niedrig-Preis-Segment möglicherweise erreichbar gewesen wären. Dieses Low-Cost-Konzept wurde nun aufgegeben und die geplanten Passagierzahlen werden nicht mehr erreichbar sein. Weiterhin ist der Europa-Park -der nun den gesamten Verkehr generieren soll- in keinem Satz des ARC-Gutachtens erwähnt. Vermutlich sah man in 2003 noch keinerlei Bedarf für Flugtourismus zum Europa-Park.

Nach Aussagen des Europa-Parks kommt nur Lahr als Zielflughafen in Betracht, da dort die Transferzeiten kurz sind. Der Europa-Park vergleicht sich mit Disneyland in Paris und möchte die Besucherzahlen durch Gäste, die per Flugzeug kommen, steigern. Nach Angaben von französischen Busunternehmen liegt die Transferzeit "Flughafen - Disneyland Paris" zwischen einer und 2,5 Stunden. Legt man diese zumutbaren Zeiten in Lahr zugrunde, so ist der Europa-Park von den Flughäfen Basel-Mulhouse, Straßburg und Söllingen in wesentlich kürzerer Zeit problemlos erreichbar. Beim ins Gespräch gebrachten spanischen Flughafen Reus liegen die Transferzeiten zum Freizeitpark Port Aventura ebenfalls über einer Stunde. Die Zeitersparnis von zehn bis fünfzehn Minuten im Vergleich zum Bustransfer ab Straßburg kann keinen Flughafen Lahr rechtfertigen.

Durch den radikalen Konzeptwechsel darf die Landesregierung dem ursprünglichen Passagierflug-Antrag keinesfalls zustimmen, da alle Prognosen des Antrags hinfällig sind. Ein neuer Antrag auf Basis der neuen Konzeption muss durch den Betreiber gestellt werden. Eine Genehmigung des ursprünglichen Antrags würde dem Rechtsempfinden der Bürger zuwiderlaufen, da beispielsweise ein Bauantrag für ein Haus auch nicht auf mündliche Zusagen des Bauherren geändert werden kann. Ein Neuantrag oder ein Nachtrag ist unbedingt notwendig.

Der Vorstand der BI
Eberhard Jeske, Dieter Oschwald

 
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