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vom 10. Dezember 2005 , Badische Zeitung
Neues Störfeuer aus Karlsruhe?
Babcock & Brown: „ Wir haben am Baden-Airport kein Interesse “
Von Redakteur Bruno Kohlmeyer
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LAHR. „ Es gibt keine Verhandlungen zwischen Babcock & Brown und dem Flughafen Söllingen über einen Einstieg dort. Wir sind an Lahr interessiert und nicht an Söllingen.“ Das Dementi von Martin Rey von Babcock & Brown Deutschland war gestern Nachmittag eindeutig. Für heftige Irritationen hatte gestern ein Beitrag in den BNN gesorgt, wonach Babcock & Brown für 60 Millionen in Söllingen einsteigen könnte. Martin Rey erklärte gegenüber der BZ gestern auf Anfrage, dass es zwar Ideen zu dieser Frage gegeben habe, aber keinerlei Verhandlungen oder Gespräche. Richtig sei, und das habe man immer gesagt, dass Babcock & Brown an weiteren Flughäfen neben Lahr interessiert sei. „ Wenn es Gespräche gegeben hätte, dann wären sie nach solchen Veröffentlichungen auch schon beendet“ , betonte Rey. Bei B & B verstehe man die feindliche Haltung in Karlsruhe nicht, man suche keine Konfrontation. OB Müller erklärte, dass es wohl normal sei, wenn man alle Szenarien beleuchte, um eine Entscheidung pro Lahr zu ermöglichen. Dafür seien aber Vertraulichkeit und Verlässlichkeit vonnöten. Er sei immer wieder erstaunt, wie viel Angst es in Söllingen vor einem funktionierenden Flughafen Lahr gebe. Die Badischen Neuesten Nachrichten, für gewöhnlich von den Lahrer Flughafengegnern im Raum Karlsruhe gut unterrichtet, berichteten gestern unter der Überschrift „ Australier wollen sich bei Baden-Airport einkaufen“ , dass hinter den Kulissen über eine 60 Millionen Euro teure Beteiligung zwischen der australischen Investmentgesellschaft Babcock & Brown am Baden-Airport „ verhandelt“ werde. Damit wolle die Landesregierung den energischen Widerstand der Region Karlsruhe gegen einen Passagierflughafen in Lahr für den Europa-Park brechen. Nach Informationen der BNN habe die Region Karlsruhe zwar Verhandlungsbereitschaft über einen Einstieg der Australier in Söllingen signalisiert, im Streit um eine Passagierfluglizenz für den Black Forest Airport in Lahr bleibe sie aber bei einem klaren Nein. Führende Regionalvertreter erklärten demnach in aller Deutlichkeit, dass ihnen Regierungschef Oettinger die Genehmigung nicht einfach abkaufen könne. Beim Fall Lahr stehe die Glaubwürdigkeit der hiesigen Kommunalpolitik auf dem Spiel. Wie kernig der Ton in Karlsruhe ist, lässt folgende Passage in dem BNN-Beitrag erkennen: „ Seit die Australier vor wenigen Wochen die marode Flugplatzgesellschaft in der Ortenau übernommen haben, ziehen sie gemeinsam mit Europa-Park-Chef Roland Mack alle Register, um doch noch grünes Licht für das Vorhaben zu bekommen. Regierungschef Oettinger hat sich zwar öffentlich noch nicht erklärt, in der Landespolitik ist es aber längst kein Geheimnis mehr, dass er die Pläne von Mack unterstützt. Bislang schenkt die Region Karlsruhe den Versicherungen der Australier, dass sie in Lahr keine Konkurrenz zu Söllingen aufziehen wollen, keinen Glauben. Deshalb kommt nun eine Beteiligung von B & B am Baden-Airport ins Spiel. Die damit verbundene Botschaft: Wer Anteile an Söllingen hält, wird keine Fluggesellschaften nach Lahr abwerben.“
Die Vertreter der Region Karlsruhe hatten schon in der Vergangenheit betont, das private Investoren in der Flughafengesellschaft willkommen seien. Angesichts der immensen Ausbaukosten hatte sich bislang aber noch kein Interessent gefunden, da in Söllingen auf absehbare Zeit keine Rendite zu erzielen sei. Den Kaufpreis für ein Prozent der Flughafengesellschaft haben die Regionalvertreter jetzt auf 1,89 Millionen Euro beziffert. In dieser Summe wären neben der Stammeinlage auch die Ausbaukosten von 114 Millionen Euro enthalten. Auf dieser Grundlage, rechnen die BNN vor, könnte Babcock & Brown mit einem Investment zwischen 50 und 60 Millionen Euro rund 30 Prozent am Baden-Airport übernehmen. Der Flughafen Stuttgart und die regionale Beteiligungsgesellschaft haben immer wieder betont, dass sie auch weiterhin 51 Prozent der Anteile und damit die strategische Mehrheit in Söllingen halten wollen. Soweit die Karlsruher Sicht. |
