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vom
10. Dezember 2005
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Ortsverband Südliche Ortenau
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
P R E S S E M I T T E I L U N G
Große Bedenken gegen "dubioses" Konzept
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Unverständlich ist den Lahrer Grünen die derzeitige Euphorie über den Versuch von Europapark und Babcock & Brown, doch noch eine Genehmigung für Passagierflüge auf dem Lahrer Flugplatz zu erhalten. Dies ist das Ergebnis eines Treffens von Vorstand und Gemeinderatsfraktion. Aus dem finanziellen Desaster mit Wiggins tauchten plötzlich die recht unbekannte Investorengruppe Babcock & Brown und Europapark-Chef Roland Mack auf. Ihr Konzept soll vorgeblich allen nur Gutes bringen: Passagiere für die Flugplatzbetreiber, Gäste für den Europa Park und -wieder einmal- riesige wirtschaftliche Vorteile für die gesamte Region. Außer den allgemeinen Ankündigungen gibt es allerdings immer noch nichts Konkretes. Weder wurde die Zahl der geplanten Flugbewegungen pro Tag und Nacht genannt, noch liegt ein nachprüfbares Finanzierungskonzept vor. "Es ist wieder einmal so eine windige Geschichte, wie wir sie in Lahr schon mehrfach erlebt haben", so Claus Vollmer, Fraktionssprecher der Lahrer GRÜNEN. "Im Vorfeld der Entscheidung werden wie immer Hunderte von Arbeitsplätzen versprochen und hinterher entpuppt sich alles als Seifenblase." So war es bei der Genehmigung des Verkehrslandeplatzes, bei der Aufhebung der Tonnagebegrenzung und ebenso bei der Genehmigung des Frachtflugs. Eine Pleite reihe sich an die andere, ein Versprechen nach dem anderen erweise sich als falsch. Die Chancen für Babcock & Mack diese Pleiteserie zu verlängern stünden nicht schlecht, so Vollmer. Die Grünen kritisieren aber auch die blinde Zustimmung der anderen politischen Parteien zum unausgegorenen Flugkonzept. Sollten die hochfliegenden Mack-Pläne erfolgreich sein, so drohen der Region in der Sommersaison einige Hundert Flüge pro Woche - vor allem am Wochenende. Wie bekannt wurde, strebt der Europapark an, jährlich mindestens 400.000 Besucher über Lahr ein- und auszufliegen. Gleichzeitig soll aber nach den Plänen der Betreiber sonstiger Flugverkehr von Lahr ferngehalten werden, um Söllingen keine Konkurrenz zu machen. Das brächte die absurde Situation, daß die Menschen der Region enormen Fluglärm zu ertragen hätten, aber selbst nicht von Lahr aus in den Urlaub fliegen dürften. "Es kann ja wohl nicht sein, daß die Vorteile einseitig beim Europapark und die Nachteile einseitig bei der Bevölkerung liegen.", so der grüne Gemeinderat Sven Täubert. Daß das vorgelegte Konzept für die Grünen auch ökologisch absurd ist, machte Stadträtin Lucia Kronauer-Dietsche klar. Aus ganz Europa sollen Touristen für Kurzbesuche herangeflogen werden. Selbst wenn der Europapark dadurch noch mehr Gewinn machen sollte, wird vergessen, daß auf der anderen Seite der Medaille eine hohe Belastung der Umwelt stünde: Steigerung des Energieverbrauchs durch Tausende zusätzlicher Passagierflüge und später noch mehr Flächenversiegelung durch "Neuinvestitionen" der Parkbetreiber. "Wir können nicht nur nach Klimaschutz rufen, wenn gerade wieder eine Wetter-Katastrophe Unheil und Leid angerichtet und die Wirtschaft geschädigt hat. Wenn in unserer Wohlstandsgesellschaft Vergnügungsparks zu dem Preis einer erheblichen Umweltbelastung immer mehr Menschen von immer weiter her anlocken ist das unter diesem Aspekt abzulehnen", so Lucia Kronauer-Dietsche. Und Stadträtin Dorothee Granderath ergänzte: "Die europäische Spaßgesellschaft jettet mal eben für einen Kurztrip in den Europapark und nimmt dabei bedenkenlos langfristige Schädigungen des Klimas in Kauf. Bekanntlich verschmutzt der Flugverkehr insbesondere die für das Klima wichtigen oberen Luftschichten." Die Lahrer Grünen hoffen nun, daß bei der Landesregierung eine sachliche und seriöse Prüfung der Flugpläne stattfindet. |
