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vom 2. Dezember 2005 , Baden Württemberg Heute
Lahr-Investoren könnten auch Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden übernehmen
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02.12.2005 Lahr. Hinter den Kulissen wird die Frage bereits offen diskutiert: Übernehmen die Investoren von Babcock & Brown aus Australien nach dem Flugplatz Lahr auch den Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden? Babcock-Europadirektor Martin Rey bestätigte bei einer Anhörung im Rathaus von Lahr, im Auftrag des Unternehmens nach weiteren Beteiligungen an Flughäfen zu suchen. Es gehe bei der Beteiligung in Lahr um eine langfristige Investition. „Wir wollen zusammen mit Partnern etwas gestalten und bewegen“, so Rey. „Wir scheuen kein Risiko, aber es muss berechenbar sein.“ Babcock & Brown ist schon am Flughafen in Pilsen (Tschechien) sowie an den Flughäfen in Mailand beteiligt. Am Standort Lahr, wo schon jetzt jeden Monat 180000 Euro aus der Unternehmenskasse investiert werden, wären mindestens 700000 Passagiere erforderlich, um ein Betriebsergebnis mit einer „schwarzen Null“ zu erzielen. So viele Passagiere könnten langfristig durch den Europapark Rust angezogen werden, rechnete Geschäftsführer Roland Mack im Rathaus von Lahr vor. Grund zur Zuversicht hat er. Mit 3,5 Millionen Gästen wurde in der abgelaufenen Saison gerade wieder ein neuer Besucherrekord aufgestellt. Mack geht davon aus, dass er allein dann konkurrenzfähig bleiben wird, wenn er den Park wie geplant um 120 Hektar vergrößern kann und es gelingt, neue Zielgruppen in England, Skandinavien, Osteuropa und Italien zu erschließen. „Kurzurlaubsreiseziele haben eine ganz, ganz große Zukunftsprognose – auch in Lahr“, versicherte Mack. Voraussetzung: Es muss Paketangebote inklusive Flug und Hotel geben, bei geringer Reise- und Transferzeit. Vom Flughafen Lahr wäre es mit dem Bus eine gute Viertelstunde bis zum Europapark. „Wir müssen die Chancen in Lahr nutzen, die Söllingen, Straßburg und Basel nicht bieten können“, forderte Mack. „Wir wollen eine faire Chance für unseren Flughafen“, sagte der Oberbürgermeister von Lahr, Wolfgang Müller (SPD). „Wir glauben an die Kraft der Argumente und warten nicht auf Subventionen aus Stuttgart.“ Die Landesregierung wäre auf keinen Fall bereit, den Flugplatz in Lahr zu subventionieren. Ansonsten ist die Kritik an einem weiteren Flugplatz in Baden in den vergangenen Wochen deutlich leiser geworden. Noch aber gilt offiziell: Im Bedarfsplan des Landes ist kein Platz für einen weiteren Flugplatz. Gegen die gerichtlich verordnete Auflage, eine Passagierfluglizenz für Lahr müsse erneut geprüft werden, hat die Landesregierung vor dem Bundesverwaltungsgericht Leipzig Widerspruch eingelegt. Es kann dauern, bis in dieser Sache eine Entscheidung fällt. Bislang galt als ausgemacht, dass die Landesregierung keine Konkurrenz zum Flughafen Lahr – an dem mit dem Flughafen Stuttgart auch ein teilweise landeseigenes Unternehmen beteiligt ist – dulden könne. Nun ist jedoch zu hören, dass im Staatsministerium eine „Lex Europapark“ geprüft werde. Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) erwäge offenbar, eine Passagierfluglizenz zugunsten von Rust-Besuchern zuzulassen, mehr aber nicht. |
