BI gegen einen Flugplatz Lahr e.V.

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vom 27. September 2005   ,         Mittelbadische Presse


 

»Keine Kreisklasse« am Flugplatz

In den neuen Lahrer Investor Babcock & Brown werden bereits jetzt große Hoffnungen gesetzt

Die genauen Konzepte für den Flugplatz Lahr wird der neue Investor Babcock & Brown zwar erst in 14 Tagen vorstellen. Doch bereits jetzt ist klar: Die Australier geben dem Wunsch nach Passagierflugbetrieb enormen Aufschwung.

Von: Sabine Schwendemann

 

LAHR (bko)Lahr/Stuttgart/Leipzig. Axel Großmann kann wieder durchschlafen. Seit zwei Nächten sogar schon. Zu verdanken hat der Geschäftsführer der Black Forest Airport GmbH dies der Tatsache, dass es einen neuen Investor für den Lahrer Flugplatz gibt (wir berichteten). Einen »Beweis für die hohe Standortgunst« sieht Lahrs Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller in der 99,29-Prozent-Beteiligung des australischen Unternehmens Babcock & Brown an der Flugplatz Lahr Beteiligungen GmbH. »Große Freude« herrscht nicht nur im Lahrer Rathaus, sondern auch weiter südlich in Ettenheim. »Ich bin froh, dass jetzt die Chance gestärkt ist, dass in Lahr die großen Konversionsflächen einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden können«, teilt Bruno Metz, zugleich Vorsitzender der Wirtschaftsregion Offenburg/Ortenau, mit. Lahr habe »Leuchtturmfunktion« in der Region. Alleine als reine Industriefläche sei der Flughafen nur eines von vielen Gewerbegebieten. Die fliegerische Nutzung mache den Unterschied, verdeutlichte Metz gestern. »Das ist mit diesem Partner eher machbar«.

»Theaterdonner«

Was genau Babcock & Braun mit dem Lahrer Flugplatz vorhat, will das Unternehmen am Montag, 10. Oktober, im Lahrer Rathaus bekannt geben. Laut Axel Großmann ist aber »klar, wo’s hinausläuft«: »Die haben uns als Verkehrsflughafen-Entwicklungsprojekt erworben«, teilte er gestern auf Anfrage der Mittelbadischen Presse mit. Das heißt, das Ziel liegt letztlich in der Nutzung als Passagierflughafen. Damit hat im Stuttgarter Kultusministerium auch Staatssekretär Helmut Rau (CDU) Grund zur Freude. Schließlich ist der Lahrer Landtagsabgeordnete seit langem ein ausgewiesener Befürworter des Flugplatzes. Trotz der Chancen, die nun der Neuanfang biete, tue es ihm »leid für den letzten Betreiber.« Doch Rau machte klar: Die Insolvenz der Muttergesellschaft Plane Station Group erfolgte nicht wegen Lahr, sondern wegen dem »Abenteuer bei der Billigfluglinie EU-Jet«. Rau zweifelte gestern nicht am Erfolg der Investition: »Die haben sich die Unterlagen sehr genau angeschaut«. Fehlt nur noch das im Oktober erwartete positive Urteil des Leipziger Verwaltungsgerichts bezüglich der Passagierfluglizenz – doch auch hier zweifelte Rau nicht am Erfolg, obwohl die Gerichts-Pressestelle bisher noch kein genaues Datum für das Urteil nennen will. Rau, der sich nach eigenen Angaben beim Thema Flugplatz »sehr reingehängt hat«, rechnete auch damit, dass der »Theaterdonner« der Unterstützer des künftigen Konkurrenten Söllingen sich wieder legen werde. Hatten doch einige Mitglieder der dortigen Betreibergesellschaft wahlweise eine Klage oder den Ausstieg angedroht, sollte in Lahr je eine reguläre Passagiermaschine abheben dürfen. Damit hätte das Land den noch nicht Gewinn abwerfenden Airport an der Backe. »Ich gehe davon aus, dass das Land diesen Flughafen nicht alleine an der Backe behält«, kommentierte dies Rau gestern. Er könne sich nicht vorstellen, dass die sehr engagierten Miteigentümer sich einfach so verabschieden würden. Außerdem wolle das Land nicht Alleineigentümer sein.

Stärkere Position

In Söllingen waren gestern weder die Pressestelle noch Geschäftsführer Manfred Jung für eine Stellungnahme zu erreichen. Auch die Oberbürgermeister der Miteigentümer in Söllingen, Sigrun Lang (Baden-Baden) und Heinz Fenrich (Karlsruhe), waren gestern nicht zu erreichen – die Gemeinderäte tagten. Die Bürgerinitiative gegen eine fliegerische Nutzung in Lahr wird erst morgen, Mittwoch, in einer Sitzung das weitere Vorgehen beraten. Derzeit informieren sich die BI-Mitglieder über den neuen Investor, war gestern zu erfahren.Sowohl Bruno Metz als auch Helmut Rau teilen die Einschätzung von Flugplatz-Geschäftsführer Axel Großmann, dass der neue, finanzstarke Investor Lahr »bezüglich des Landes auf jeden Fall« zu einer stärkeren Verhandlungsposition verholfen hat. Babcock & Brown seien »keine Kreisklasse«, verdeutlichte Großmann. Metz sprach von einer »gerechten Chance«, die in einer Partnerschaft mit dem starken Betreiber und starken Unterstützern der Region umgesetzt werden könne.

 
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