BI gegen einen Flugplatz Lahr e.V.

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vom 22. Dezember 2004   ,         Schweriner Volkszeitung


 

Flughafen vor ungewisser Zukunft

Keine Einigung zwischen Betreiber und Landkreis / Neues Gespräch im Januar geplant

von Barbara Arndt

 

Lübz/ParchimDie Situation des Parchimer Flughafens spitzt sich zu. Ein Krisengespräch zwischen Landkreis und Betreibergesellschaft scheiterte am Montag. Während Plane Station auf Etablierung von Flugbetrieb setzen und nur dafür investieren will, besteht Landrat Iredi auf Vertragserfüllung: auf die Zahlung der fälligen Raten.

Dem Landkreis steht finanziell das Wasser bis zum Hals. Kein Wunder, dass man versucht, alle ausstehenden Gelder einzutreiben. Im Fall der Flughafenbetreibergruppe Plane Station plc. läuft bereits eine gerichtliche Auseinandersetzung – die Briten haben 1,7 Millionen Euro Schulden beim Kreis. Und sind anscheinend nicht gewillt, daran schnellstens etwas zu ändern. Vorstandschef Martin May betonte am Montagabend, dass er nach dem Erwerb der Fluggesellschaft EU-Jet, zu der momentan fünf Flugzeuge gehören und die im Frühjahr 29 Ziele ansteuern soll, vielmehr in den Flugbetrieb investieren möchte. Lediglich die Betriebskosten des Parchimer Flughafens in Höhe von zwei Millionen Euro pro Jahr sei das Unternehmen zu tragen bereit.

Nur Versprechen gemacht, die nicht gehalten wurden

Dieses Vorhaben stieß beim Landrat nicht auf Gegenliebe. "Uns interessieren vernünftige Argumente. Was nützt ein Partner, der immer wieder nur Versprechungen macht und diese nicht erfüllt?" fragt Iredi. Er sei in der Pflicht, den Privatisierungsvertrag aus Sicht des Landkreises umzusetzen. Dazu gehöre endlich auch das Begleichen der offenen Forderungen von inzwischen 1,7 Millionen Euro. "Herr May brachte zum Ausdruck, dass von den bei Plane Station erwarteten Zahlungseingängen Anfang Januar 2005 in Höhe von über 30 Millionen Pfund keine Zahlungen an den Landkreis Parchim vorgesehen sind", so Iredi. In der Kreisverwaltung sehe man darin die Bestätigung, dass Plane Station nicht gewillt sei, seine vertraglichen Verpflichtungen gegenüber dem Landkreis Parchim einzuhalten. "Auch für die von der Betreibergruppe vorgeschlagene Reduzierung der Vertragslaufzeit von 25 auf drei Jahre fehlen bislang immer noch Garantien und Sicherheiten zur Aufrechterhaltung des Flughafenbetriebes am Standort Parchim. Weitere Verhandlungen haben aus unserer Sicht nur Sinn, wenn durch Begleichung der Schulden sowie Aktivitäten zur Belebung des Flughafens grundsätzliche Vertragstreue signalisiert wird", so Iredi.

Seit Sommer dieses Jahres hatte es intensive Verhandlungen zwischen Landkreis und Plane Station gegeben. Beide Seiten werteten die Ergebnisse jedoch unterschiedlich. Während die Briten, die im Frühjahr 2001 den Flughafen Parchim übernommen hatten, mit der Etablierung ihrer neuen Fluggesellschaft durchaus Gesprächsbedarf sehen, beharrt die Kreisverwaltung strikt auf Vertragstreue. Das wegen der ausstehenden Zahlungen eingeleitete Schiedsverfahren am Oberlandesgericht Rostock könne nach Angaben des Landrates bereits Ende Januar zur Erteilung eines vollstreckbaren Titels gegen die Betreibergesellschaft führen. Eine Auffanggesellschaft sei vorbereitet worden, um bei möglicher Vertragsauflösung den Flugbetrieb in Parchim aufrecht zu erhalten.Nach SVZ vorliegenden Informationen haben die umfangreichen Bemühungen des Landkreises zum Ausbau des Flughafens zu ersten Ergebnissen geführt. Ein großes Konsortium sei bereit, den Flughafen zu übernehmen.

 
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