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vom 13. August 2004 , Badische Zeitung
Als sich eine schwerreiche Investorin in Luft auflöste
Raissa Serowa sitzt noch immer in Untersuchungshaft / Der Verdacht auf mafiöse Hintergründe ist inzwischen vom Tisch
von Manfred Dürbeck
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LAHR. Sie erinnern sich noch an Raissa Serowa? Die 46-jährige Dame aus dem Osten, die als angebliche Repräsentantin des russischen Flugzeugherstellers Sukhoi im kalten Februar 2004 mit Hilfe eines Mittelsmanns vor Ort für zehn Millionen Euro die Landebahn des Flugplatzes Lahr und das Westareal kaufen wollte. Und damit in Konkurrenz zum Plane Station Group-Vorgänger Wiggins trat. Angeblich sollten von Lahr aus Hubschrauber mit Hilfsgütern in Krisengebiete starten. Und von hier aus sollte die Zertifizierung ziviler Sukhoi-Flieger vorangetrieben werden. Bei den politisch Verantwortlichen herrschte Skepsis. Serowa und ihr Lahrer Mittelsmann hatten Anfang Februar im Rathaus Oberbürgermeister Müller einen Besuch abgestattet, ihr Interesse formuliert und mit allerlei Dokumenten in russischer Sprache samt amtlich aussehenden Stempeln und Siegeln untermauert. Müller sprach anschließend davon, dass sich dadurch "nichts am guten Verhandlungsgang mit Wiggins" ändere. (Auch wenn er parallel versuchte, im Berliner Wirtschaftsministerium und anderen Stellen Erkundigungen über Sukhoi und die schwerreiche Dame einzuholen. Man weiß ja nie . . .) Klarer hatte sich damals Friesenheims Bürgermeister Armin Roesner geäußert: "Es ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht opportun, in Verhandlungen mit einem zweiten Bieter einzusteigen." Ein paar Tage später war die Seifenblase zerplatzt: Am 17. Februar hatte die Kriminalpolizei Serowa in der Wohnung ihres Lahrer Geschäftspartners festgenommen. In ihrem Besitz befanden sich gefälschte Schecks mit einem Ausstellungswert in Höhe von 200 Millionen US-Dollar. Auf die Schliche gekommen waren die Beamten der Dame, weil ein Komplize in Rosenheim ein Girokonto über 4,2 Millionen US-Dollar einrichten wollte - mit gefälschten Schecks, die er zuvor von der 46-Jährigen erhalten hatte. Drei Wochen nahm die Überprüfung der Echtheit der Schecks auf Echtheit durch das Bankinstitut in Anspruch. Dann schnappte die Falle zu. Von der JVA in Bühl nach Rosenheim Eine Woche lang war die 46-Jährige im Bühler Frauengefängnis inhaftiert, dann ging's ab nach Rosenheim. Dort saß bereits ihr 52-jähriger Komplize, während der Lahrer Mittelsmann auf freiem Fuße blieb. Entgegen ersten Berichten war der studierte Wirtschaftsjurist, der in Rosenheim die gefälschten Schecks eingelöst hatte, zuletzt allerdings nicht als Steueranwalt tätig, sondern hatte sich ohne festen Wohnsitz im Raum Lindau am Bodensee aufgehalten. Inzwischen, so gab gestern Staatsanwalt Hammerdinger von der Staatsanwaltschaft Rosenheim bekannt, ist auch er wieder auf freiem Fuß: "Der Verdacht war nicht so dringend. Zudem besteht keine Fluchtgefahr." Weiter inhaftiert bleibt indes die 46-Jährige. Vergeworfen werden ihr Verdacht auf Urkundenfälschung und versuchter Betrug. Die Ermittlungsarbeiten gestalten sich nach wie vor schwierig, weil viele Recherchen im Ausland nötig sind. Zudem ist man dort auf die Hilfe von Nachrichtendiensten angewiesen. Inzwischen, so der Staatsanwalt, habe sie sich zu den Vorwürfen geäußert. Zumindest eines scheint klar: "Es gibt keine greifbaren Anhaltspunkte, die darauf hindeuten, dass hier die organisierte Kriminalität ihre Hand im Spiel hätte", sagt Staatsanwalt Hammerdinger. Dieser Verdacht - ein Zusammenhang mit der russischen Mafia - war nach der Festnahme aufgekommen. |
