BI gegen einen Flugplatz Lahr e.V.

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vom 7. Juli 2004   ,         Badische Zeitung


 

Schlüssel zum Erfolg ist in Stuttgart

Die Kündigung von Ann Reynolds und die möglichen Folgen für die Flugplatzentwicklung / Auch Verständnis für Plane-Station

Von Sara Sullivan und Bruno Kohlmeyer

 

LAHR/LONDON. Die Reaktionen auf die Kündigung von Ann Reynolds als Geschäftsführerin der Black Forest Airport Lahr GmbH sind einerseits geprägt von persönlichem Bedauern, andererseits auch von Verständnis, weil die Plane-Station-Group bei einer schwierigen finanziellen Entwicklung handeln musste. Der Fingerzeig geht vor allem an die Landesregierung, die mit ihrem Nein zum Passagier- flug die jetzige Situation mit verur- sacht hat. Reaktionen "am Tag danach".

Ann Reynolds ist nicht alleine: 43 Prozent der Mitarbeiter von Plane Station Group (PSG) in London - von der Führungsabteilung bis hin zu den unteren Abteilungen - wurden bereits entlassen, ebenfalls aus Kostengründen, sagt Vice Präsident Tony Freudmann: "Die Bilanz des aktuellen Aktienmarkts ist verheerend, wir haben nun die Aufgabe, die Kosten auf ein Minimum zu reduzieren." Das heißt in erster Linie, dass sich das Unternehmen von nicht benötigten Leuten trennen muss. Dies sei Teil eines andauernden Kostenreduktionsprogrammes. "Fakt ist: Wir verlieren hohe Summen an Geld", so Freudmann.

Freudmann: Mit Fluggenehmigung würde sich alles ändern

Freudmann betonte, dass die Situation vollkommen anders wäre, wenn die Plane Station Group die Genehmigung für Passagierflüge hätte. Aber da diese Entscheidung noch vor Gericht anhängig werde, sei der PSG kein anderer Weg geblieben. Freudmann: "Wir müssen uns die Situation heute anschauen und heute müssen wir feststellen, dass wir viel Geld verlieren und Ann Reynolds' Posten momentan nicht gebraucht wird. Wir sind allen Pflichten nachgekommen, sowohl unter Deutschem als auch Englischem Recht." Da die Plane Station Group weiter vor Gericht für die Genehmigung von Passagierflügen kämpfen wird, werden hierfür weitere hohe Kosten auf sie zukommen. Freudmann erklärte, dass das Unternehmen den Aktionären gegenüber eine hohe Verantwortung trage. Seit Weihnachten hätten Aktionäre 18 Millionen Euro in das Unternehmen investiert. Alles hinge an der Genehmigung, so Freudmann weiter, denn mit dieser würde sich alles ändern. "Der Flugplatz Lahr hat ein enormes Potenzial, 100 000 Passagiere könnten dort abgefertigt werden."

"Für mich ist das kein Einstieg in den Ausstieg", betonte Oberbürgermeister Müller, der angesichts der Befindlichkeit von Aktionären ein gewisses Verständnis für die Entscheidung von Plane-Station äußerte. Hätte es positive Signale aus Stuttgart gegeben, wäre alles normal weitergegangen mit den Verhandlungen. Die Plane-Station-Vertreter May und Freudmann hätten erklärt, dass die juristische Auseinandersetzung weiter geführt werde. Die Ursache für die jetzige Entscheidung, auf kleinerer Kostenbasis weiter zumachen, liege in Stuttgart und in Freiburg. "Dort ist der Schlüssel für den Verkauf der Landebahn durch den Bund und des Zweckverbandsgeländes im Westen des Flugplatzes an die Black Forest Airport GmbH", so Müller. Die Verhandlungen des Zweckverbands mit der Flugplatzbetreibergesellschaft seien weit gediehen und dies noch unter dem Aspekt des Passagierflugs. Nachdem sich die Landesregierung nicht bewegt habe, müsse man ein gewisses Verständnis aufbringen. "Ich kann von anderen nichts verlangen, was ich auch nicht täte", wenn man rational agiere, erklärte Wolfgang G. Müller.

Roesner: "Ich hoffe, dass die Fluglizenz nicht gefährdet ist"

Als nicht angemessen bezeichnete IGZ-Geschäftsführer Jürgen Gackstatter die Art und Weise, wie sich die Plane-Station-Group von Ann Reynolds trennte. Sie habe viel geleistet und man sei der Passagierfluglizenz näher als vor zweieinhalb Jahren. Was jetzt geschieht? "Wir müssen sehen, wie die Flugplatzbetreibergesellschaft weiter agiert und welche Signale aus London kommen", meint Gackstatter, der noch einmal bekräftigt, dass die Industrie- und Gewerbepark Raum Lahr GmbH und die Black Forest Airport miteinander reden müssten, weil man nur so erfolgreich für beide handeln könne. Es gebe einfach eine Fülle von Berührungspunkten.

"Ich hoffe, dass die Plane-Station-Group weiter Flugplatzbetreiber bleibt und die Lizenz nicht gefährdet ist" betonte Friesenheims Bürgermeister Armin Roesner. Er äußerte die Hoffnung, dass die Landesregierung in Stuttgart jetzt endlich verstehe, dass man eine Region nicht behindern oder lahm legen dürfe. Bisher, so Roesner, habe man Wiggins/Plane-Station nur Steine in den Weg gelegt. Und dies, obwohl von dem Unternehmen acht Millionen Euro am Flughafen Lahr investiert worden seien. Aus wirtschaftlicher Sicht sei die Entscheidung, Kosten zu sparen, zwar nachvollziehbar, aber in der Art und Weise wie sie vollzogen worden sei, nicht gut.

 
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