BI gegen einen Flugplatz Lahr e.V.

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vom 15. Mai 2004   ,         Badische Zeitung


 

Furcht vor Lärm, Zweifel an Prognosen

Einwände zu Passagierflügen

von Heidrun Lauble

 

LAHR/FRIESENHEIM. Sieben Einwender gegen Passagierflüge, darunter drei Mitglieder der BI gegen einen Flugplatz Lahr, haben beim Erörterungstermin am Donnerstag (wir berichteten gestern) ihre Ablehnungsgründe erläutert. Ihr Tenor: Sie fürchten den Fluglärm, sehen einen Wertverlust für Immobilien zum Beispiel in Schuttern und bezweifeln die von der Flugplatzbetreiberin Plane-Station Group prognostizierten Passagierzahlen und Flugziele. Einer der Einwender fürchtet in Schuttern ein hohes Verkehrsaufkommen im Dorf durch den Zu- und Abfahrtsverkehr des Flughafens.

Ingesamt 111 Bürgerinnen und Bürger, zum Teil in Sammel-Stellungnahmen eingebunden, haben schriftliche Einwände beim Regierungspräsidium Freiburg (RP) zum Antrag der Black Forest Airport GmbH für eine Passagierfluggenehmigung eingereicht. 14 von ihnen waren in die Sternenberghalle in Friesenheim gekommen. Von den Vertretern des Regierungspräsidiums wurden zwei Punkte noch notiert: Reifen-Testfahrten von Fahrzeugen neulich auf dem Flugplatzareal hatten Lärm verursacht; solche Aktionen, so das RP, seien genehmigungspflichtig, man werde prüfen, ob eine Genehmigung vorlag. Als zweites wollte ein Einwender wissen, ob die Konsensvereinbarungen (unter anderem Nachtflugverbot) auch nach deren Vertragsfrist von zehn Jahren bindend blieben. Die Antworten von RP sowie Frank Grell, Anwalt von Plane Station, erschien dem Fragesteller nicht konkret; doch nahm das RP schriftlich Grell´s Aussage auf, dass Plane-Station zur Konsensvereinbarung jederzeit stehe.

Als "nicht eingetroffen" kritisierten zwei Einwender die angekündigten Zahlen für Frachtflüge und stellten unter anderem deshalb generell die Glaubwürdigkeit von Plane-Station in Frage. Zudem, so ein Einwender, habe er von Freunden gehört, dass Plane Station ihr Büro in London gekündigt habe - "wohl aus Geldmangel?" wollte er wissen; Grell betonte: "Die Büroräume in London sind nicht gekündigt".

Grell pflichtete ferner bei, dass Grundstücke direkt neben einem Flugplatz eventuel an Wert verlieren, mit einem Flughafenbetrieb jedoch Firmenansiedlungen und zusätzliche Arbeitsplätze einhergehen, was zu höheren Nachfrage nach Immobilien in einer Region und zu höheren Preisen führe.

Die Furcht vor Flugzeugabstürzen so wie die Fragen nach Sicherheitsmaßnahmen gegen Sabotage- und Terrorakte waren weitere Einwände. Als "unseriöse Argumentation" nannte BI-Mitglied Rainer Kuhlen die angepeilten 13 Zielflughäfen bis 2015 und teilte die Ansicht eines Anderen von "falschen Versprechungen". Er freute sich, "dass die Bedarfsfrage jetzt bei der Landesregierung sehr wichtig ist, im Gegensatz zu früher".

 
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