BI gegen einen Flugplatz Lahr e.V.

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vom 21. Februar 2004   ,         Badische Zeitung


 

Sukhoi-Deal war eine Luftnummer

Die angebliche Sukhoi-Finanzmanagerin ist mit gefälschten Schecks im Wert von 200 Millionen US Dollar festgenommen worden

Von unserem Redakteur Manfred Dürbeck

 

LAHR. Der Sukhoi-Deal auf dem Lahrer Flugplatz ist geplatzt: Beamte der Kriminalpolizei haben am Dienstag dieser Woche die 46-jährige Raisa S., die angebliche Finanzmanagerin der renommierten russischen Flugzeugwerft, in der Wohnung ihres Lahrer Geschäftspartners festgenommen. In ihrem Besitz befanden sich gefälschte Schecks mit einem Ausstellungswert in Höhe von 200 Millionen US Dollar.

Den Ermittlungen der Kripo zufolge hatte die 46-Jährige Anfang Februar über einen als Mittelsmann fungierenden Steueranwalt in Rosenheim bei einer dortigen Bank ein Girokonto über 4,2 Millionen US Dollar einrichten und zur Deckung drei gefälschte Schecks einreichen lassen. Einen Tag später sprach sie mit ihrem Geschäftspartner aus Lahr bei der Lahrer Stadtverwaltung vor und legte dabei Bankdokumente und Unterlagen über eine von ihr gegründete Firma in russischer und englischer Sprache vor. Wenig später führte sie auch ein Gespräch mit der Liegenschaftsverwaltung der Oberfinanzdirektion in Freiburg, um dort ein Kaufangebot für die Landebahn abzugeben.

Drei Wochen dauerte die Überprüfung der drei Schecks durch die Bank. Dann ging alles sehr schnell. Als sich am 17. Februar herausstellte, dass die Schecks gefälscht waren, griff die Kripo in Rosenheim zu. Bei der Vernehmung gab der Steueranwalt den Hinweis auf den Aufenthaltsort der 46-Jährigen in einem Lahrer Ortsteil. Dort konnten die Beamten die Frau festnehmen.

Erste Ermittlungen, so Kripochef Edmund Reichenbach, ergaben, dass das Trio vor vier bis fünf Jahren schon einmal eine größere Investition ins Auge gefasst habe. Damals sollte ein Metallbetrieb gekauft werden. Die Pläne zerschlugen sich aber. Anfang dieses Jahres kamen die drei in der Schweiz wieder zusammen. Raisa S. soll sich dabei als finanzstarke Sukhoi-Gesellschafterin ausgegeben haben. Auf der Suche nach einem zum Verkauf stehenden Flugplatz soll der in Lahr wohnende Mann seine Hilfe angeboten haben.

Lahrs Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller schilderte gestern bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit der Kripo die Umstände des ersten Gesprächs mit dem Duo in der Stadtverwaltung am 4. Februar. Aufgrund des Äußeren der Verhandlungspartner und der Form der präsentierten Geschäftsdokumente und Bankunterlegen sei er von Anfang an skeptisch gewesen: "Wer sich als Gesellschafterin von Sukhoi ausgibt und dann einen Kunstpelz trägt, macht sich nicht besonders glaubhaft." Zudem sei die Kaufabsichtserklärung, die der Verwaltung Mitte Januar vorlag, auf einer mechanischen Schreibmaschine geschrieben worden.

Müller schickte sämtliche Unterlagen an das Russlandreferat des Bundeswirtschaftsministeriums, zur Deutschen Botschaft in Moskau und weiteren Stellen. Relativ rasch habe sich dann heraus gestellt, dass der Banknachweis über angebliche 30 Millionen Euro, die bei einer russischen Bank deponiert seien, keiner Überprüfung standhielt. Andererseits so Müller, gab es Erkenntnisse, die wieder in eine andere Richtung wiesen. So stellte sich heraus, dass Sukhoi an der Planung für einen Regionaljet arbeitet, der im westlichen Ausland verkauft werden soll. Um diesen dort vertreiben zu können, bedarf es einer Zertifizierung.

Nach der Festnahme waren jegliche Zweifel jedenfalls beseitigt. Ob und wieviel die beiden Männer von den gefälschten Schecks wussten, darüber gibt es derzeit keine gesicherten Erkenntnisse. "Klamm waren alle drei", formulierte Kripo-Chef Reichenbach. "Es gibt nicht viel Anhaltspunkte, dass der Lahrer Kontaktmann reich ist." Ob die Inhaftierte tatsächlich Repräsentantin der Sukhoi-Werke ist, scheint nach den bisherigen Erkenntnissen eher unwahrscheinlich. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen über Interpol und Verbindungsbeamte im Ausland sind kompliziert und dauern an, teilte Edmund Reichenbach, der Leiter der Kripo Ortenau, mit.

 
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