BI gegen einen Flugplatz Lahr e.V.

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vom 13. Januar 2004   ,         Badisches Tagblatt, Baden-Baden


 

"Kein Argument für Passagierflüge in Lahr"

 

Baden-Baden (cri) - Der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Karlsruhe, Bernd Bechtold, fand gestern deutliche Worte gegen eine Passagierfluggenehmigung für Lahr. In Bezug auf den Flughafen Söllingen sagte er: "Es gibt kein einziges sachliches Argument, auf so engem Raum zwei konkurrierende Personenflughäfen zu unterhalten."

Ähnlich äußerten sich gestern die Grünen im Regionalverband Südlicher Oberrhein: "Weitere Passagierflughäfen am südlichen Oberrhein sind so überflüssig wie ein Kropf", stellten sie mit Hinweis auf bereits vorhandene Flughäfen wie Basel und Straßburg fest. Wie berichtet, hat die britische Wiggins Group, Betreiber des Lahrer "Black-Forest"-Frachtflughafens, beim zuständigen Regierungspräsidium Freiburg einen Antrag auf Erteilung einer Passagierfluglizenz gestellt.

Die Ministerriege und die Abgeordneten in Stuttgart würden im Falle einer Genehmigung für Lahr Steuermittel verschwenden und einen "ruinösen Wettbewerb um die Ansiedlung von Billigfliegern" initiieren, warnte Bechtold beim IHK-Neujahrsempfang in Karlsruhe. Wer als Politiker dieses unterstütze, müsse sich fragen lassen, ob er im Interesse des Landes handele, oder sich von einem Einzelinteresse leiten lasse.

Befürworter eines Passagierflughafens in Lahr sind neben dem Europaparkchef in Rust, Roland Mack, die IHK Südlicher Oberrhein sowie regionale Politiker. Ihr Hauptargument: Lahr wird privatwirtschaftlich betrieben. Kürzlich hatte aber der südbadische CDU-Bezirksvorsitzende Willi Stächele zugegeben, dass für die Flugsicherung durchaus öffentliche Zuschüsse fließen müssten. Zum Vergleich: Beim Regionalflughafen Friedrichshafen belaufen sich diese Landeszuschüsse nach Angaben der Baden-Badener CDU-Landtagsabgeordneten Ursula Lazarus auf etwa 450000 Euro jährlich. In ähnlicher Höhe liegen sie am BadenAirport, so Flughafenbereichsleiter Markus Mußler.

Die IHK hat sich gemeinsam mit der Handwerkskammer Karlsruhe entschlossen, die Finanzierungslücke für Investitionen in Söllingen von 1,4 Millionen Euro zu schließen, sofern dies nicht anders gelingt. Dieses mögliche Engagement hat bereits Kritik bei der IHK Südlicher Oberrhein hervorgerufen. Inzwischen hat das Wirtschaftsministerium die IHK Karlsruhe um eine Stellungnahme gebeten. Pressesprecher Thomas Schwara betonte in Stuttgart jedoch ausdrücklich, dass es sich (noch) nicht um ein Prüfverfahren handele.

 
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