BI gegen einen Flugplatz Lahr e.V.

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vom 13. Januar 2004   ,         BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Regionalverband Südlicher Oberrhein (RVSO)


 

P R E S S E M I T T E I L U N G

Keine Passagierflüge und Billigflieger in Lahr:
GRÜNE unterstützen Wirtschafts- und Verkehrsminister

Zu viele Flugplätze im Oberrheingraben:
Discountflüge schaden Umwelt und benachteiligen Bahn

 

Land, Nachbarkommunen und IHK haben unlängst millionen-schwere Unterstützung für den Betrieb des kränkelnden Baden-Airport in Söllingen zugesagt. Falls überhaupt, sind öffentliche Subventionen aber nur dann vertretbar, wenn nicht gleichzeitig in kürzester Distanz unsinnige Konkurrenz neu aufgebaut wird. Genau dies wäre aber der Fall, wenn der nur 50 km südlich gelegene Verkehrslandeplatz Lahr künftig eine Lizenz für Passagierflüge mit Flugzeugen über 20t erhalten würde. Die Entscheidung der Landesregierung darüber scheint jetzt unmittelbar bevor zu stehen.

Gegen diese vom privaten Betreiber des Verkehrslande-platzes Lahr beim RP Freiburg beantragte Erweiterung der Betriebsgenehmigung wenden sich die GRÜNEN im RVSO. Sei dies doch ein Verstoß gegen den Landesentwicklungs- wie auch den Generalverkehrsplan Baden-Württemberg.

Die Region sei ausreichend mit Flugplätzen versorgt, stünden doch mit dem EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg sowie dem Flughafen Strasbourg-Entzheim zwei große inter-nationale und leicht erreichbare Flugplätze zur Verfügung. Zu-sammen mit dem Baden-Airpark in Söllingen sei dies eine optimale flugverkehrliche Erschließung des gesamten Ober-rheingebietes, die keiner weiteren Ergänzung bedürfe.

"Weitere Passagierflughäfen am südlichen Oberrhein sind so überflüssig wie ein Kropf", so Eckart Friebis, Fraktionsvor-sitzender der GRÜNEN im RVSO. "Zumal vor allem Billig-flieger angesiedelt werden sollen, die dann der Bahn zusätz-liche Konkurrenz machen würden."

Seine Fraktionskollegin Inge Vollmer aus Lahr ergänzt: "Ganz abgesehen von der dann drohenden zusätzlichen Lärm-belastung ist es im Hinblick auf den Klimawandel unverant-wortlich, den Luftverkehr ohne Not weiter auszubauen. Wo doch der Anteil der Fliegerei an den Schadstoff-Emissionen des Verkehrs eh bereits überproportional zugenommen hat."

"Auch aus wirtschaftlichen Gründen wäre es völlig kontraproduktiv, Lahr für den Passagierflug zu öffnen", so Friebis. "Kämen durch die zusätzliche Konkurrenz doch die in der Region vorhandenen Flugplätze noch mehr in die ökonomische Bredouille, was letztendlich wieder in den Ruf nach öffentlichen Geldern münden könnte".

Passagierflüge in Lahr widersprächen nicht nur sämtlichen landesplanerischen Vorgaben und raumordnungpolitischer Vernunft sondern auch jedweder ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit. Sollte der Ministerpräsident die fachlich fundierten Gegenargumente seines Umwelt- und Verkehrsministers ignorieren und stattdessen den offensiv geäußerten Flugplatzwünschen des Europaparkes und dessen Fata Morgana von jährlich 500.000 parkbesuchenden Passagieren folgen, würde die Landespolitik erneut einen erheblichen Vertrauensverlust erleiden.

DIE GRÜNEN hoffen, dass sowohl der Landesverkehrs- als auch der Wirtschafts(und Raumordnungs-)minister standhaft bleiben: Dem volkswirtschaftlich unsinnigen Kirchturms-denken ihrer südbadischen Parteifreunde, den Partial-interessen der regionalen Wirtschaft und - falls nötig - auch dem Ministerpräsidenten muss die rote Karte gezeigt werden.

 
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