BI gegen einen Flugplatz Lahr e.V.

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vom 11. Dezember 2003   ,         Badische Zeitung


 

Kräftige Blutzufuhr für Wiggins

Das Unternehmen verdoppelt das Grundkapital dank neuer Investoren auf 50 Millionen Pfund und ist wieder an der Börse notiert

Von unserem Redakteur Bruno Kohlmeyer

 

LAHR. Die englische Wiggins Group verdoppelt ihr Grundkapital. Durch mehrere neue Investoren fließen dem Unternehmen 70 Millionen Euro zu, von denen 35 Millionen zunächst zur Schuldentilgung verwendet werden, hat Wiggins gestern bekannt gegeben. Damit stehen dem Unternehmen 35 Millionen Euro als Kapital neu zur Verfügung. "Die neuen Eigentümer wollen investieren", bekräftigte Tony Freudmann, der für die Luftfahrtaktivitäten bei Wiggins zuständige Vorstand.

Mit künftig 13 Prozent Anteil am Kapital bleibt Vorstandsvorsitzender Oliver Iny größter Einzelaktionär. Bislang hielt Iny 20 Prozent des Kapitals. Tony Freudmann erläuterte vor der Presse, dass der Handel mit Wiggins-Aktien immerhin auf Antrag des Unternehmens ausgesetzt worden sei. Kurzfristige Finanzierungsprobleme habe es gegeben, weil die Bestrebungen, die Kapitalbasis zu verbreitern, länger als erhofft gedauert hätten. Das derzeitige Grundkapital von 40 Millionen Pfund (Börsenwert) werde durch die Zuführung neuen Kapitals eines Konsortiums von Finanzdienstleistern (Versicherungen, Pensionsfonds) um 50 Millionen Pfund aufgestockt. Das Vermögen der Wiggins-Group bezifferte Freudmann auf derzeit 200 Millionen Pfund. Dazu zählt Grundvermögen, dazu zählt aber auch die Nutzungsmöglichkeit von insgesamt sechs Flughäfen in verschiedenen Ländern. Der Kurs der Wiggins-Aktien sei vor der Aussetzung an der Börse gefallen, weil vielen Investoren die Schuldenlast wohl nicht gefallen habe, auch wenn das Vermögen beachtlich sei. Der "wahre Wert" der Aktien sollte zwischen sieben und 15 Pence je Anteil liegen, zuletzt lag er bei 4,5 Pence. Mit den neuen Eigentümern, die zum Preis von 3,75 Pence je Anteil einsteigen, erwartet Freudmann einen schnellen Anstieg des Kurses auf wenigstens 7,5 Pence.

Potenzial in den Flughäfen

Bei den 35 Millionen Euro neuem Geld (das nach Bezahlen der Schulden übrig bleibt) handle es sich um Wandelschuldverschreibungen, die zwischen drei und fünf Jahre im Besitz der neuen Eigentümer bleiben müssten. Warum in Wiggins investiert wird? Nach Freudmann Auffassung geht es um das Potenzial der Flughäfen (Lahr, Parchim, Cuneo, Pilsen, Manston und Melbourne/ Florida), bei denen ein langfristiges Engagement notwendig sei. Der Flugverkehr werde wachsen, bei der Zahl der Passagiere wie bei der Fracht. Zunehmend seien Großflughäfen überlastet. Wiggins sei von 2004 an in einer starken Position, um auch in Lahr zu investieren. Bisher sei es schwer gewesen, das Flugplatzgelände zu entwickeln, "weil uns das Gelände nicht gehörte". Das werde sich bald änderen.

"Wir sind sehr wettbewerbsfähig", betonte Freudmann selbstbewusst. Es gebe viele Fluggesellschaften und Reiseunternehmen. Ryanair könne sehr wohl ein Kunde werden, doch nicht zu den Bedingungen wie sie sich Ryanair stets vorstelle. Ryanair verfolge das öffentlich erklärte Ziel, wenig bis nichts an Start-und Landegebühren zu bezahlen mit dem Hinweis darauf, dass die Region insgesamt von den Fluggästen profitiere. Nach Berechnung von Wiggins führt eine solche Einstellung dazu, dass jeder Passagier mit zwei bis drei Euro unterstützt werden müsse.

 
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