BI gegen einen Flugplatz Lahr e.V.

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vom 17. Oktober 2003   ,         Badische Zeitung


 

"Entscheidung erst 2004"

Verkehrsminister Müller will zur Passagierfluggenehmigung "kein Ergebnis vorwegnehmen"

 

Mit der umstrittenen Thematik sind drei Ministerien - Umwelt und Verkehr, Wirtschaft sowie Inneres - befasst. Im Grunde war der Entwurf der Stellungnahme der drei Ministerien "bereits versandfertig", als die Idee geboren wurde, Wirtschaftsunternehmen der Region um ihre Meinung zu befragen - nach dem jetzigen und womöglich späteren Bedarf. Aus diesem Grunde sei der für vergangene Woche anberaumte Erörterungstermin in der Sternenberghalle in Friesenheim kurzfristig verschoben worden. Es gehe um eine Bedarfsprüfung, eine wirklichkeitsnahe Einschätzung, ob der Flugplatz auch angenommen würde und somit wirtschaftlich betrieben werden könne.

Rund 50 Briefe seien verschickt worden, bis Mittwochabend hätten 21 "Äußerungen" vorgelegen. Einige, mit denen man überhaupt nichts anfangen könne, aber auch einige, die ganz konkrete Angaben zu Flugzielen machen. Etwa die Badischen Stahlwerke, wie Müller betonte. Die nannten aktuell 314 Flugtickets. Näher kommentieren wollte Müller die bislang eingegangenen Stellungnahmen nicht. Das tat indes eben für die Badischen Stahlwerke Geschäftsführer Karl Haase. Ein Passagierflugplatz Lahr sei für das Unternehmen kein Gewinn, zumal der Flugplatz Straßburg vor der Haustür liege. Hingegen sprach sich Franz Kook eindeutig für Lahr aus: Der Chef von Duravit in Hornberg und Vorsitzende des Beirates der Wirtschaftsregion Offenburg/Ortenau (WRO), betonte, dass er häufig Geschäftspartner aus Übersee am Flughafen Frankfurt abholen müsse; das ließe sich mit Lahr ändern. Die Stellungnahmen, so Minister Müller, sollen in wenigen Tagen ausgewertet sein. Dann könne bereits Anfang bis Mitte November die Erörterung stattfinden. Hernach dürfte es zu einer Niederschrift kommen - und im Frühjahr zur Bekanntgabe, was aus dem Lahrer Platz tatsächlich wird. "Ich nehme aber kein Ergebnis vorweg", betonte Müller. Allerdings ließ er grundsätzlich durchblicken, dass Linienflüge in Deutschland "ein ganz, ganz hartes Brot" seien und dass - außer Ryanair - alle "Billigflieger rote Zahlen schreiben".

Im Übrigen, sagte er mit Blick auf Lahr und entsprechende Äußerungen aus dem Hause Wiggins, kenne er in Deutschland keinen Flugplatz, der mit eigenen Geldern aufgebaut wurde. Zudem genieße der Platz in Söllingen beim Passagierflug eine Art Bestandsschutz. Müller verwies umgekehrt auf "die tolle Frachtfluggenehmigung" in Lahr. Pech, dass hier "nichts stattfindet". Und wenn Lahr bereits vor einem Jahrzehnt, beim Abzug der Kanadier, einen Antrag auf Passagierflug gestellt hätte? "Dann wäre er genehmigt worden."

 
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