BI gegen einen Flugplatz Lahr e.V.

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vom 9. September 2003   ,         Badische Zeitung


 

Aufpasser und Aufklärer

Bürgerinitiative gegen einen Flugplatz Lahr feiert ihr 10-jähriges Bestehen / 160 Mitglieder

Von unserem Mitarbeiter Hagen Späth

 

LAHR. Bremser, Verhinderer, Blockierer. Derlei Vorwürfe sind ihnen geläufig. Mit ihnen müssen sie umgehen und immer wieder in Diskussionen ihre Position vertreten. Das ist in wirtschaftlich harten Zeiten nicht leichter geworden. Doch ihre Argumente finden nach wie vor Gehör: Die Bürgerinitiative gegen einen Flugplatz Lahr feiert diesen Herbst ihr 10-jähriges Bestehen, obwohl es sie schon seit 1992 gibt.

Seit der Gründung setzen sich die BI-Mitglieder kritisch mit den Entwicklungen auf dem Lahrer Flugplatzgelände auseinander, tragen Fakten zusammen und versuchen, "eine andere Sichtweise", wie Rainer Kuhlen sagt, an die Öffentlichkeit zu bringen. Kuhlen hat bisher wie kein anderer diese kritische Sichtweise vertreten. Nun ist er aus beruflichen Gründen ins zweite Glied gerückt. Seit Juli wird die von anfangs 100 auf mittlerweile 160 Mitglieder angewachsene BI von einem dreiköpfigen gleichberechtigten Vorstand geführt (siehe Infobox).

"Wir haben über kontinuierliche Aufklärungsarbeit die Öffentlichkeit mit beeinflusst und so zum Beispiel dazu beigetragen, einen Rund-um-die-Uhr-Frachtflughafen zu verhindern", blickt Dieter Oschwald zurück. Ganz wesentlich für ihn ist, dass Nachtflüge abgewendet wurden, vor allem auch durch den Einsatz der Umlandgemeinden. Die vollmundigen Ankündigungen mehrerer Geschäftsführer der verschiedenen Flughafenbetreiber bisher - Oschwald zählt deren sieben auf - seien stets hinterfragt worden und hätten sich in den meisten Fällen als leere Versprechungen heraus gestellt. "Wir haben das immer angemahnt und dafür stets Prügel bekommen", sagt Kuhlen, der die Kreierung des Begriffes "Salamitaktik" im Hinblick auf die Flugplatzentwicklungen für die BI in Anspruch nimmt: "Der hat sich eingeprägt und ist immer noch gültig."

Bei alledem wird das Fliegen im größeren Zusammenhang eingeordnet und das heißt für die Vorständler, dass das Fliegen nicht nur als Lärmbelästigung und als Verschwendung von Steuergeldern, sondern als einer der größten Verursacher des Klimawandels gesehen wird. Auf der einen Seite würde über die Auswirkungen des Klimawandels geklagt, auf der anderen Seite würden Billigflieger subventioniert. Sowohl Oschwald als auch Eichner und gründen ihr Engagement deshalb auch mit persönlichen Motiven und ihrer Verantwortung ihren Kindern gegenüber. "Wenn unsere Kinder uns später vorwerfen, nicht genug getan zu haben, können wir wenigstens sagen: 'Wir haben es versucht'", sagt Eichner. Weiterhin aufpassen, recherchieren und informieren, so sieht die BI ihre Aufgaben auch in Zukunft.

Die Skepsis gegenüber der Wiggins Group und ihren Absichten ist groß. "Wiggins spielt nicht mit offenen Karten", sagt der den Kursverfall der Aktie und die Bemühungen um einen finanzkräftigen Investor im Internet verfolgt hat und die BI regelmäßig mit den neusten Infos versorgt. Befürchtet wird zudem, dass der Flugplatzbetreiber irgendwann halt doch mit öffentlichen Geldern unterstützt wird. Die nächste Etappe heißt Anfang Oktober Erörterungstermin zu den beantragten Passagierflügen. Auch hier wird die BI ihre Argumente vortragen.

 
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