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vom 16. Januar 2003 , Lahrer Zeitung
Flugplatz Lahr in Not: Gegenwind aus Norden
Karlsruhes OB macht Stimmung gegen die Passagierflugwünsche
Von Ulf Tietge
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Die Chancen des Lahrer Flugplatzes auf eine Passagierfluggenehmigung sind dramatisch gesunken. Vertreter von Wiggins haben im Verkehrsministerium eine Abfuhr erhalten. Unterdessen macht Karlsruhes OB Heinz Fenrich Front gegen Lahr. Karlsruhe/Lahr. Der Karlsruher OB Heinz Fenrich nutzt seine bekannt guten Beziehungen zur Stuttgarter Landesregierung, um eine Genehmigung für den Passagierflugbetrieb in Lahr zu verhindern. In seinem Brief an Ministerpräsident Erwin Teufel schreibt Fenrich: »Die räumliche Nähe des Regionalflughafens Karlsruhe/Baden-Baden zum Sonderflughafen Lahr verträgt ein Nebeneinander als Passagierflughäfen nicht. Würde dies missachtet, wäre der wirtschaftlichen Tragfähigkeit beider Flughäfen der Boden entzogen.« Nach Inforamtionen der MITTELBADISCHE PRESSE steckt hinter dem Brief Fenrichs noch mehr: Ein Deal zwischen dem OB (früher Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion) und seinem alten Freund Ulrich Müller, dem Verkehrsminister. Für Fenrichs Unterstützung in Sachen Baden-Airport darf er mit einem großzügigen Zuschuss des Landes für sein 550 Millionen Euro teures Prestige-Projekt einer unterirdischen Straßenbahn (U-Strab) rechnen. Verkehrsminister Müller gilt als einer der schärftsen Gegners Lahrs. Er ist Verkehrsminister und Aufsichtsratsvorsitzender des Baden-Airport-Mehrheitsgesellschafters Flughafen Stuttgart. Fenrich gibt vor, in seinem Brief an Teufel auch im Namen aller anderen kommunalen Gesellschafter zu sprechen. Nach Informationen der MITTELBADISCHEN PRESSE ist dies nicht der Fall. In den vergangenen Monaten soll es im Gesellschafterkreis der Baden-Airports wiederholt zu kontroversen Diskussionen gekommen sein. Fenrichs gewichtigstes Argument gegen eine Passagierflug-Genehmigung Lahrs sind die bereits ausgegebenen Steuer-Millionen von Land, Flughafen Stuttgart und den umliegenden Kommunen. In der vagen Hoffnung, dass diese Subventionen irgendwann Rendite erbringen, dürfe nichts geschehen, was die Entwicklung des nach wie vor defizitären Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden gefährde. Am nordbadischen Flughafen-Monopol solle nicht gerüttelt werden. Fenrich wörtlich: »Angesichts der finanziellen Schwierigkeiten des Baden-Airparks halte ich es für dringend geboten, den Baden-Airpark nicht zusätzlichen Gefahren auszusetzen, die sein Überleben unmöglich machen.« Das Millionenloch in der Bilanz Söllingens darf nicht noch größer werden. Fenrich bittet Teufel, alles in seiner »Kraft stehende zu tun, um den weiteren Ausbauplänen Lahrs entgegenzutreten und sie zu verhindern.« |
