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Ja (Von Thomas Reizel) Die Chance, Passagierflug in Lahr zu bekommen, muss genutzt werden. Im Gegensatz zu den Frachtflügen zeigt sich, dass die regionale Wirtschaft wirklich dahinter steht. Bei den Frachtflügen musste sie sich gefallen lassen, zwar laut ja zu schreien, doch echten Bedarfzeigte sie bislang nicht.
Der Europa-Park sieht in Billigfluglinien Perspektiven, für die eigenen Expansionspläne, aber auch für die Region. Die vertritt der geschäftsführende Gesellschafter Roland Mack im Landestourismusverband und stößt auf größtes Interesse. Natürlich kann das Land argumentieren, Söllingen schützen zu müssen und damit Lahr die Genehmigung zu versagen. Das aber hat nichts mit wirtschaftlichem Denken zu tun. Kein Betrieb kann es sich auf Dauer leisten, nur deshalb viel Geld in ein Unternehmen zu pumpen, weil schon zu viel Geld hineingepumpt worden ist. Das kann nur in die Pleite führen.
Die Black-Forest-Airport Lahr GmbH ist privatwirtschaftlich organisiert. Sie kostet das Land keinen Cent, das dafür aber Steuern einnimmt. Ganz nebenbei geht es um 400 Arbeitsplätze.Wie sich der Staatsbetrieb Söllingen entwickelt, weiß keiner. In derWirtschaft gilt: Wer marode Strukturen subventioniert, lähmt den Fortschritt. Mit Passagierflügen lässt sich mit Lahr leichter ein Aufschwung erzielen als mit reinem Frachtverkehr. Überlassen wir dieses Feld doch einfach der Wirtschaft. Nein (Von Rüdiger Klausmann) Der Betreiber des Lahrer Flugplatzes, der Mehrheitsgesellschafter Wiggins, ist in den vergangenen Jahren nur durch Pressekonferenzen aufgefallen, in denen das Blaue vom Himmel herunter versprochen wurde. Gehalten wurde bis heute fast nichts. Von der Etablierung als ernstzunehmender Frachtflughafen ist der »Black Forest Airport« noch immer weit entfernt. Doch anstatt dieses gerade für die regionale Wirtschaft wichtige Ziel mit Macht zu verfolgen, träumt Wiggins nun auch noch von Passagierflügen.
Natürlich sind das reizvolle Vorstellungen, mit Billig-fliegern von Lahr aus nach London abheben zu können. Nur mit der Realität hat das nichts zu tun. Das Land hat viel (Steuer-)Geld in denRegionalflughafen Söllingen gepumpt. Investitionen, die bei einerPassagierfluggenehmigung für Lahr massiv gefährdet wären. Eine Genehmigung ist deshalb so wahrscheinlich wie ein Zusammenfallen von Ostern und Weihnachten.
Statt an Plänen für einen ruinösen Wettbewerb zu arbeiten, unter dem die gesamte Wirtschaftsregion leiden würde, sollten sich die Verantwortlichen der Flughäfen in Lahr, Söllingen und Straßburg endlich an einen Tisch setzten und ein Konzept entwickeln, das die Region im Passagier- und Frachtflugverkehr wirklich nach vornebringt. Nur so erhält der Oberrhein einen wirtschaftlichen Standortvorteil im Kampf mit anderen Regionen und kann wichtige Investoren anlocken.
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