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vom 17. August 2001 , Lahrer Zeitung
Kurt Jäger bekommt eine Chefin
Die Gesellschafter der Flugplatz Lahr GmbH, die bislang ihr Geld noch nicht bekommen haben, werden am 31. August ausbezahlt. Das verspricht Ann Reynolds, ab sofort Vorgesetzte von Flugplatzgeschäftsführer Kurt Jäger. Die 36-Jährige wird ab nun regelmäßig in Lahr nach dem Rechten sehen.
VON THOMAS REIZEL
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Lahr/London. Ihr Schreibtisch steht in der britischen Hauptstadt. Dort sitzt sie aber pro Woche nur einen Tag. Den Rest der Woche pendelt sie ständig zwischen Schwerin-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern), Lahr, Cuneo (Italien), Pilsen (Tschechien) und Odense (Dänemark). Sieben Flughäfen betreibt Wiggins in Europa, einen in Tennessie (USA). 26 weitere seien in der engeren Wahl, um ein flächendeckendes Netzwerk aufzubauen. Zuletzt war Ann Reynolds Direktorin des neuen Airports in Sheffield, seit knapp 18 Jahren hat sie die Branche durchlaufen. Sie ist nach eigenen Worten in Sicherheits-, Personal- und technischen Fragen genauso fit wie im Finanzmanagement. Seit 1. Juli arbeitet sie für Wiggins. Sie versteht sich als Informationsgeberin und Beraterin des Vorstandsvorsitzenden Oliver Iny und seinem Stellvertreter Tony Freundmann und als Vermittler der Sorgen und Nöte der Airports vor Ort. In Lahr hat sie eine Menge zu tun, wenngleich Ann Reynolds nicht davon sprechen möchte, dass ihr Arbeitspensum im Schwarzwald höher als an den anderen Orten sei. Doch bei den Lahrer Gesellschaftern grummelte es zunehmend. Die britische Wiggins-Group ist bis heute rund drei Millionen Mark Ablöse der restlichen Gesellschafteranteile schuldig. Eigentlich hätte das am 14. Juli erledigt sein müssen. »Es wird der 31. August«, verspricht die 36-jährige Geschäftsfrau. Unerwartete Probleme, die im gemeinsamen Entstehen des Netzwerkes aufgetaucht seien, galt es zu lösen. Auf Nachfrage räumt Ann Reynolds wie Europakoordinator John Jones ein, dass es nicht clever gewesen sei, Fristen zu setzen, von denen eigentlich nicht absehbar war, dass sie auch wirklich eingehalten werden können.Mit fünf Millionen Mark hatte die Wiggins-Group das Kapital der maroden Flugplatz GmbH aufgestockt. Auch hier war Wiggins im Verzug. Von dem Geld ist nicht mehr viel übrig: »Zwei Millionen sind weg, weil wir Schulden abbezahlt haben, von den verbleibenden drei Millionen Mark haben wir noch etwas Rücklagen«, erklärte sie. Der Grund: Die Flugplatz GmbH hat inzwischen die Feuerwehr aufgerüstet, zudem steige die Zahl der Mitarbeiter von 20 auf 32. Freilich weiß sie, dass sich der Flugplatz Lahr irgendwann einmal rechnen muss. Eine bestimmte Frist dafür gebe es nicht. Bis dahin wolle Wiggins die Differenz aus Einnahmen und Ausgaben decken. Auch wenn in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden sei, dass sich in den letzten drei Monaten wenig bewegt hat, so sei doch einiges passiert. Jetzt gelte es, Lahr in ein Marketingkonzept mit den bereits vorhandenen Wiggins-Airports einzubinden. Sie könne noch nicht abschätzen, wann die erste Maschine landet. Dass dafür einmal der Herbst angepeilt war, erklärt John Jones so: »Sie können sich immer vornehmen, im Oktober Trauben zu ernten. Plötzlich hagelt's, und aus Ihren Plänen wird nichts«, sagt er. Dennoch seien er und Reynolds weiter sehr zuversichtlich. Grund zum Optimismus hätten auch die gestrigen Gespräche mit dem Zweckverband gegeben. Einmal im Monat finden sie statt. Mit der Altlastenfrage und der Nutzung der Gewerbeflächen im Westteil sei im Dezember zu rechnen. |
