BI gegen einen Flugplatz Lahr e.V.

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vom 27. Juni 2001   ,         Lahrer Zeitung


 

Fluggegner werfen GmbH vor, "Crash-Airline" zu holen

Die Mike-Krüger-Fluggesellschaft aus Südafrika sei bekannt für veraltete Maschinen und zahlreiche Unfälle

 

Zur Zeit beraten die Umlandgemeinden den Konsensvertrag mit der Flugplatz GmbH (FLG). In der Hoffnung, in den nächsten fünf Jahren Ruhe vor weiteren Nachtflügen zu haben, wird wohl die Mehrheit der Gemeinden zustimmen. Die Flugplatzgegner halten dagegen an ihrer grundlegenderen Kritik des Frachtflugbetriebs fest. Das betonen sie in einer Pressemitteilung.

Lahr (red). Seit Beginn der Debatte um den Frachtbetrieb wandte sich die Bürgerinitiative nicht nur gegen weitere Nachtflüge, sondern auch gegen einen Tagesflugbetrieb mit umgebauten, lauten Uraltmaschinen. Mit der südafrikanischen Frachtfluglinie Mike Krüger Airlines (MK-Airlines), so die Erklärung weiter, soll im Herbst der Frachtbetrieb in Lahr beginnen. Die Flugplatz GmbH und die Hauptbefürworter des "Konsensvertrags", Oberbürgermeister Müller und Bürgermeister Armin Roesner, betont ständig, wie wichtig diese Flüge für die Region seien. Bei ihrem Versuch, näheres über die MK-Airlines zu erfahren, stieß die BI nach eigenen Angaben allerdings auf für sie alarmierende Informationen. So berichtet das "aviation safety network" über mehrere Unfälle von MK-Airlines. Das "users skynet" listet am 6.Juni eine Reihe weiterer Unfälle und "Ereignisse" von MK-Airlines-Maschinen auf und kommt zu dem Schluss: "30 Prozent von seiner Flotte ist in den letzten Jahren gecrasht". Nach den EU-Richtlinien, so die BI weiter, verweigern mehrere Flughäfen etlichen MK-Maschinen Ausnahmegenehmigungen zur Landung beziehungsweise (in Ostende) zur Aufnahme von Passagieren. Zahlreiche Flugzeuge von MK-Airlines vom Typ DC 8F (Frachter) sind weit über 30 Jahre alt und entsprächen nicht mehr den Lärmschutzrichtlinien. In Lahr sollen sie trotzdem tagsüber landen dürfen. Weil zumeist Fracht und keine Passagiere geladen waren, verliefen diese Unfälle meist glimpflich. Dass diese "MK-Airlines" die Zukunft des Lahrer Frachtbetriebs begründen soll, beunruhigt die Flugplatzgegner sehr. Zumindest Wiggins als neuer Eigentümer der Flugplatz GmbH weiß, was sich da für eine Frachtlinie in Lahr ansiedeln will. "User skynet" berichtet von einem Vorfall auf dem Wiggings-Flughafen London Manston im Juli 1999, und auch das im Oktober 1999 Feuer fangende Flugzeug 9 G-MKA war von Manston aus gestartet.Wenn die Flugplatzbetreiber jetzt von Obst- und Gemüselieferungen von MK-Airlines aus Südafrika schwärmen, die Unfallserie dieser Firma aber verschweigen, so ist das nach Ansicht der Flugplatzgegner ein gutes Beispiel für die versprochene "neue Offenheit" der Flugplatz GmbH. Da sie von den Flugplatzbetreibern und den Hauptverfechtern des "Konsensvertrages" darüber keine weiteren Informationen erwartet, hat die BI die Firma Mk-Airlines in ihrer Europavertetung in England direkt angeschrieben und um Aufklärung zu deren Plänen für Lahr gebeten. Mehrere Fragen zu den Flugzeiten sowie den für Lahr geplanten Flugzeugen sollen helfen, sich besser über diese Firma zu informieren. Obwohl die Antwort noch aussteht, sieht sich die BI in ihren Befürchtungen bestätigt, dass insbesondere "die Exoten des Frachtgeschäftes" ein Interesse an Lahr zeigen könnten, die nicht nur eine erhebliche Zunahme an Fluglärm mit sich bringen würden, sondern auch eine direkte Gefährdung der Menschen im Umland. Dass die Gemeinden mit Rücknahme ihrer Klage gegen die Frachtfluggenehmigung freiwillig ein Mittel aus der Hand geben, die Ansiedlung solcher "Exoten" zu verhindern, bedauert die BI sehr. Um so wichtiger ist den Flugplatzgegnern deshalb die Unterstützung der acht Privatkläger. Diese haben erklärt, dass sie auch nach Abschluss des "Konsensvertages" an dem sie nicht beteiligt waren, an ihrer Klage festhalten werden.

 
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